996
schlissen und eine Anzahl von ihm beigeordneten Räten kon-trollierten die Regierungs- und Verwaltungshandlungen desSenators.
Alle seine Regierungshandlungen unterlagen grundsätzlichder Bestätigung durch die Volksversammlung. Seine Herolderiefen bei jeder wichtigen Angelegenheit das Volk zum Parla-ment, unter dem Läuten der Glocke des Kapitols. "Wenn dasParlament allgemein war (plenum et publicum), so tagte esvor dem Senatshause, indem die Bürger sich auf dem kapito-linischen Platz und über dessen Abhang bis zur heutigen Piazzadi Araceli herab aufstellten.
Der Senator legte dieser Volksversammlung Entwürfe überinnere und äußere Angelegenheiten vor, und „das Volk derRömer“ entschied sodann durch Handaufheben oder Zuruf, obKrieg mit Viterbo zu führen, ob ein Bund mit andern Republi-ken zu schließen, ob der Kaiser anzuerkennen, oder der vertrie-bene Papst zur Rückkehr einzuladen sei.
Das Hauptorgan der völkischen Vertretung außer derVolksversammlung bestand in der Gesamtheit der Volksaus-schüsse der 13 Regionen („Consilium generale et speciale“).
Diese Versammlung tagte in der Basilica Ar acoeli (Araceli)*)auf dem Kapitol.
*) Die Kirche hieß früher S. Maria de Capitolio und ist wahrschein-lich in den Tempel der Juno Moneta gebaut. Schon 985 wird ein AbtPeter als Vorstand des Klosters genannt, welches dem Benediktinerordengehörte. 1250 übergab Innocenz IV. Kirche und Kloster den Franziskanern(Frati minori osservanti), deren General das Kloster bezog. Die KircheAraceli war lange Kirche des Senats und diente als Parlamentshaus derStadt Rom , sowie als Gerichtsstätte und als Festhalle für prächtige Feste.Ihre auffallende, von der Piazza d’Araceli hinauf führende aus 124 Marmor-stufen in ijm Breite bestehende Treppe erhielt die Kirche im Jahre 1348als Weihgeschenk für die pestbefreiende Madonna d’Araceli. Sie wurde vonLorenz Symeon Andreoti ausgeführt und ist auch berühmt als das einzigeöffentliche Bauwerk, welches während des Exils der Päpste in Rom entstand.
Die Benennung dieses Altars wird von zwei verschiedenen miteinanderverwandten Sagen des Mittelalters hergeleitet. Nach der einen errichtete