Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1241 bis 1305

In Siena wurde darauf rasch eine etwa halb so starkeTruppenmacht unter der Führung des Guglielmo degli Ubertiniversammelt.

Die Sienesen, von kriegskundigen Führern beraten, und imVertrauen besonders auf die tapferen deutschen Reiterscharen,beschlossen, das drei Stunden weit .von ihrer Stadt vorüber-ziehende, mit Gepäck überladene Heer der Florentiner anzu-greifen.

Am 3. September 1260 zog die ganze waffenfähige Mann-schaft aus der Stadt, mit dem Podestä Francesco Trofisco, unterwelchem Graf Jordan die deutschen Reiterscharen, das Fußvolkund die ghibellinischen Flüchtlinge befehligte.

Im Tal der Arbia fand der denkwürdige Zusammenstoßstatt: die Schlacht von Montaperto, 4. September 1260, einesder wichtigsten Ereignisse in der italienischen Geschichte.

Nachdem am Morgen die Sienesen mit Speise und Tranksich gestärkt hatten, und die deutschen Reiter dabei so gutenMutes wurden, daß sie tanzten und deutsche Lieder sangen,stiegen sie mit Hinterlassung allen Gepäcks in das Arbiatal hin-ab, überschritten den Fluß und griffen die Florentiner an. Diesewurden im ersten Anprall geschlagen. In ihrem Heer selbstbestand Zwietracht und Verrat zwischen Adel und Volk. DasBlutbad war furchtbar, um so mehr, als das Florentiner Fußvolkden verzweifeltsten Widerstand leistete, indem es von rechts undvon links umfaßt, auf dem Hügel des Kastells von Montapertizusammengedrängt wurde. So kam es zum gräßlichen Morden,welches bis zum Sonnenuntergang dauerte.

Es wurden 11 000 Gefangene nach Siena geführt. Zehn-tausend Florentiner lagen tot auf dem Schlachtfeld.

An dem Schweif eines Esels befestigt, wurde die großeFahne von Florenz durch die Straßen Sienas gezogen. Dannfolgte, Trompeter voraus, die siegreiche Fahne des Königs Man-fred. Dahinter die Grafen Jordan und DArasi und 400 deut-sche Ritter mit Ölzweigen, Kriegslieder singend.

In langen Reihen folgten die Gefangenen, dann die Beute,die Kriegsglocke der Florentiner auf einem Esel, das Fußvolk