Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
1006
Einzelbild herunterladen
 

1006

Die Stadt Rom 1241 bis 1305

welcher mit dem Jahr 1305 den Sieg des Königreichs Frankreich über das Königreich Sizilien und über das Papsttum brachte, dasheißt die Vormachtstellung Frankreichs gegenüber Europa undder katholischen Kirche .

Wir behandeln den ganzen Zeitabschnitt von 1261 bis 1305als synchronistische Einheit.

Wir geben das Wort an zwei Gewährsmänner ungleicherArt aber gleichen Ansehens: Ferdinand Gregorovius (Geschichteder Stadt Rom, Buch X. Kapitel 6 , Abschnitt 2) und Ludwigvon Pastor (Geschichte der Päpste im Zeitalter der Renaissancebis zur Wahl Pius 5 II., Freiburg i. Br. 1926, Band I, Seite 67 ff.).

F. Gregorovius :Den Kampf gegen die kirchliche Über-macht, in welchem die Hohenstaufen untergingen, nachdem siedie Grundfesten des Papsttums erschüttert hatten, nahm derfranzösische Monarch auf. Dieses Ereignis wurde zu einer derbedeutendsten Revolutionen in der kirchlichen und staatlichenWelt. Denn Frankreich war im ganzen Mittelalter das Asyl unddie treueste Schutzmacht des Papsttums gewesen. Als aber diePäpste das französische Königshaus auf einem italienischenThrone zum Protektor der Kirche gemacht hatten, wurde dasPapsttum schrittweise durch Frankreich erobert, bis der heiligeStuhl an die Ufer der Rhone verpflanzt und 70 Jahre lang nurmit Franzosen besetzt ward.

L. von Pastor:Der verderbliche Kampf zwischen denobersten Gewalten der Christenheit, der im 11. Jahrhundert be-gann und im 13. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte, warddurch den tragischen Untergang des staufischen Hauses äußer-lich zugunsten des Papsttums entschieden. Der Sturz desKaisertums aber erschütterte auch die Weltstellung der Päpste,die jetzt mehr und mehr zum engen Anschluß an Frankreich genötigt wurden. Das Papsttum hatte bereits in dem Riesen-kampf mit den Kaisern Schutz im französischen Reiche gesuchtund in entscheidenden Momenten dort eine Zuflucht gefunden.Der Aufenthalt der Päpste in Frankreich war indessen stets nurvorübergehend gewesen. Die höchste geistliche Würde war so