Von 1260 bis 1305
1013
Vier Wochen nachher schied Papst Clemens IV. aus demLeben.
„Die erschütternde Gestalt des schuldlosen Enkels vonFriedrich auf dem Schaffot von Neapel , wie er die Hände zumHimmel rang, und dann betend nieder kniete, um den Todes-streich zu empfangen, stand am Lager des sterbenden Papstes.“
IV.
Es ist nicht Aufgabe unserer Darstellung, die Geschichteder Herrschaft Karls I. von Anjou in Neapel und in Sizilien zuerzählen, seine Grausamkeit auf Sizilien zu schildern und beidem am Ostermontag Abend, 30. März 1282, ausgebrochenenblutigen Aufstand der Sizilianer (Sizilianische Vesper ) zu ver-weilen, bei welchem sämtliche Franzosen in der Stadt Palermo ermordet wurden.
Wir müssen uns damit begnügen, zu berichten, daß derdurch König Peter III. von Aragon (Peter von Aragonien ), denSchwiegersohn Manfreds , angestiftete nationale Aufstand dieFolge hatte, daß Karl das Königreich Sizilien an Peter III. ver-lor, und auf Neapel beschränkt wurde.
Es muß hier aber zurückgegriffen werden auf die beson-deren Beziehungen, welche Karl I. von Anjou seit 1265 mit Rom verbanden.
Am 16. September 1268 ließ sich Karl I. von Anjou in Rom von der römischen Bürgerschaft zum Senator der Stadt wählenund vom Papste in dieser Würde bestätigen, was zunächst fürdie Dauer von 10 Jahren geschah.
Karl war 1265 auf Einladung des Papstes Clemens IV. mit1000 Rittern zur See über Ostia angekommen, um den KönigManfred aus seinem Reich zu verdrängen, ein Ziel, welchesdurch den Sieg Karls bei Benevent über Manfred, wie wir wissen,erreicht wurde.