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hatte, war zu seinem Empfang festlich geschmückt. Als Kon-radin mit seinen Scharen an der milvischen Brücke ankam, standauf den neronischen Wiesen die städtische Miliz in voller Rü-stung. Sie empfing den Erben der Staufer mit kaiserlichenEhren. Ehrenpforten erhoben sich auf dem Wege zum Kapitol.Die Straßen waren mit Blumen bedeckt, die Häuser mit Tep-pichen geziert. An Schnüren, von einem Hause zum andernquerüber gespannt, hingen bunte, purpur- und golddurchwebteSeidenstoffe, glänzende Mäntel, Schärpen, Kleinodien. AlleFenster waren mit Zuschauern gefüllt.
Konradin ritt nach dem Kapitol. Eine glänzende Scharvon Edlen folgte. Auf dem Kapitol angelangt sprach Konradin zu dem am Fuße des Hügels versammelten Volke. Sechsund-zwanzig Tage währte der Aufenthalt in Rom .
Am dritten Tage nach Mariä Himmelfahrt erfolgte der Auf-bruch. Es waren fünftausend geharnischte Reiter, mit mehrerentausend Mann Fußvolk, die sich, durch Porta San Lorenzo aus-ziehend, über Tivoli durch das Aniotal und das alte Äquerlandauf der valerischen Straße nach den Abruzzen wandten, umdie Lirislinie, dann die des Volturno zu gewinnen.
Schon hatten sich die Sarazenen in Lucera für Konradin erhoben, zahlreiche Barone und Kommunen das staufische Ban-ner auf gepflanzt. Am 23. August erfolgte auf dem palentini-schen Felde, auf beiden Ufern des Flüßchens Salto zwischenScurcola und Alba die Schlacht, welche man gewöhnlich nachdem Städtchen Tagliacozzo benennt.
Konradin wurde vernichtend geschlagen. Seine Truppenwurden teils getötet, teils zersprengt.
Er selbst entkam mit seinem Freund Herzog Friedrich vonBaden nach Rom , von wo sie die Küste erreichten. Aber beideFürsten wurden infolge Verrats gefangen, vor Karl von Anjou geführt und durch dessen Gewaltspruch zum Tode verurteilt.
Am 29. Oktober 1268 wurden der 16 jährige Konradin undFriedrich auf dem Karmelitermarkt zu Neapel mit dem Beileenthauptet.