Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1260 bis 1305

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ihm die Blume ritterlicher Männlichkeit. Sie rühmten seineGroßmut, den Adel seiner Sitte, seine Bildung, seine Milde undHerzensgüte.

Jetzt war die Macht der Ghibellinen gebrochen. Neapel und Sizilien fiel in die Hände des Siegers, der das unglücklicheLand alle Schrecknisse der Eroberung fühlen ließ.

Der von finsterem und tödlichem Haß gegen die Hohen-staufen erfüllte provenfalische Eroberer schwelgte in Rache-akten grausamster Art. Manfreds Gemahlin, Helena, welchemit ihren Kindern in ihre griechische Heimat entfliehen wollte,ließ er ergreifen, gefangen setzen und in Fesseln legen, in denensie nach fünfjährigem Leiden, im dreißigsten Lebensjahre, denQualen erlag. Ihre Tochter schmachtete achtzehn Jahre imBurgvcrließ von Neapel . Die drei Söhne Manfreds sahen niewieder das Tageslicht.

III.

Im Winter 1267 kamen vornehme Ghibellinen aus allenTeilen Italiens nach Deutschland , um Konradin, den noch nichtsechzehnjährigen legitimen Thronerben Manfreds, zu bestim-men, gegen den Thronräuber zu Felde zu ziehen. In Rom sammelten sich Scharen von Ghibellinen. Am 18. Oktober trafManfreds Oheim, Galvano Lancia, in Rom ein und brachte dieNachricht, daß Konradin mit einem Heerbann im Anzuge sei.

Mit dem staufischen Banner zog Galvano Lancia in Rom ein, vom Volke festlich empfangen und zum lateranischen Palastgeleitet. Mit Spielen auf dem Felde am Testaccio wurde er ge-feiert. Konradins Schreiben, durch welches er der Stadt seinBündnis antrug, ward öffentlich verlesen.

Am 5. April landete Konradin bei Pisa. Er wurde glänzendaufgenommen. Römische Gesandte luden Konradin zu baldigemErscheinen in Rom ein. Um die Mitte Juli brach er auf. Am22. Juli zog er an Viterbo vorüber. Am 24. Juli sah er, von derVia Cassia aus, Rom vor sich liegen.

Die Stadt, die mehr als einmal seinen Vorfahren die Toregeschlossen, ihnen in ihren Straßen blutige Schlachten geliefert

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