1014
Karl I. verzichtete in diesem Jahre bis auf weiteres darauf,die Senatorengewalt in Rom persönlich auszuüben, indem er„Prosenatoren“ ernannte, welche ihn in Rom vertraten *).
Er nannte sich seitdem aber in Rom : „Senator Urbis“.
Bei allen wichtigen Angelegenheiten kam Karl selbst nachRom .
Als Karl im Jahre 1271 seinen großen Zug gegen die Ghi-bellinen nach Toscana unternahm, kam er auch nach Rom ,stieg in feierlichem Zuge als Senator auf das Capitol und be-schloß dann auf Ansuchen der städtischen Welfen strengeresVerfahren gegen die Ghibellinen, welche in der Stadt übrigwaren. Eine große und rings mit Türmen verteidigte Feste,Arpacata vom Volke genannt, wurde zerstört. Gleiches Geschickhatten die Befestigungen, welche Petrus Romani auf beidenSeiten des Tibers an der Brücke hatte anlegen lassen, um dieTiberinsel zu verteidigen.
Am 13. März 1273, als Papst Gregor X . seinen feierlichenEinzug in Rom hielt, nahm König Karl als Leiter teil.
Karl hatte, unter Anerkennung der Päpste, über die römi-sche Kirche die Gewalt erlangt, welche die Päpste den Hohen-staufen gegenüber mit unermüdlicher Ausdauer und Zähigkeitbekämpft hatten.
Es war Papst Nicolaus III. (1277—1280), ein Römer ausdem Hause der Orsini (Johannes Gaetanus), welcher dieseMachtstellung Karls brach.
Nicolaus bestand darauf, daß Karl am 16. September1278, als dem Tage der vorgesehenen zehnjährigen Dauer seinerSenatorwürde, dieselbe in die Hände des Papstes niederlegte.Dann übernahm Nicolaus als der eigentliche Herr der Stadtmit Beistimmung des Volkes die Senatorwürde und machte einGesetz, daß fernerhin kein auswärtiger Kaiser, König, Markgraf,Graf oder Baron Senator werden dürfe, sondern daß zu dieser