1016
der Ghibellinen bei Montaperto (1260) und durch die ErfolgeKönig Manfreds, den die Römer im Jahre 1261 zum Senatorwählten. Ein weiterer Schritt auf den bezeichneten Wende-punkt hin bildete der Regierungsantritt des Papstes Urban IV. (1261 —1264), in welchem der Haß seiner Vorgänger gegen diehohenstaufische „Vipernbrut“ frisch emporloderte, da er diepäpstliche Macht durch die Hohenstaufen neuerlich bedrohtsah.
Urban IV. setzte im Jahre 1268 die Wahl Karls I. vonAnjou zum römischen Senator durch.
Den weiteren Verlauf haben wir bis zu dem Augenblickgeschildert, in dem Papst Nicolaus III. die Macht Karls vonAnjou im Jahre 1278 wiederum brach.
Aber auch dieser Zustand dauerte nicht lange. Schon am30. April 1281 übertrug der Papst Martin IV. (1281—1285),nachdem er am 10. März sich von den Römern die lebensläng-liche Senatsgewalt mit dem Rechte der Stellvertretung persön-lich hatte übertragen lassen, diese Würde auf die Dauer seines,des Papstes, Lebenszeit, auf Karl I. von Anjou.
Der König nahm mit Befriedigung von derselben Würdewieder Besitz, welche ihm durch Nicolaus III. kürzlich fürimmer entzogen war. Es regierten nunmehr wieder Franzosenals seine Prosenatoren auf dem Kapitol. Die Vikare Karls,als welche er seine besten Ritter und Räte ernannte, erschienenauf dem Kapitol mit allem Pomp senatorischer Gewalt, inpelzverbrämtem Scharlach, fürstengleich gekleidet. Sie erhiel-ten täglich eine Goldunze Gehalt. Sie hatten bei sich einenRitter als Camerlengo, einen anderen als Marschall mit 40 Rei-tern, 8 capitolische Richter, 12 Notare, Herolde, Türsteher,Trompeter, einen Arzt, einen Kaplan, 30 bis 50 Türmer, einenWärter für den Löwen, den man als Sinnbild in einem Käfig aufdem Kapitol hielt. Sie schickten Kastellane in die Orte, welcheKammergüter der Stadt waren, wie Barbarano, Vitorclano,Monticello, Rispampano, Civita vecchia, und einen Grafen nachTivoli.