Von 1260 bis 1305 1017
Indessen währte auch dieser Zustand wiederum nur kurze
Zeit.
Es war die erfolgreiche Erhebung der Sizilianer gegen Karl I.im Jahre 1282, welche bewirkte, daß die Ghibellinen überall inItalien sich gegen die Franzosen und gegen deren italische Bun-desgenossen erhoben.
Tn Rom war es das Geschlecht der Orsini, welches diestädtische Selbständigkeit gegenüber dem französischen Regimewiederherstellte.
Am 22. Januar 1284 wurde das Kapitol gestürmt, die fran-zösische Besatzung niedergehauen, der Prosenator Goffred deDragona ins Gefängnis geworfen, die senatorische Gewalt Karlsfür erloschen erklärt, und ein Volksregiment eingesetzt.
Man erhob jetzt einen Edlen von dem Geschlecht derOrsini zum Haupt der Stadtrepublik: Giovanni Cinthii Mala-branca.
Papst Martin IV. (1281—1285) fügte sich klug in den neuenZustand, und rettete damit den Anteil des Papstes an der Stadt-regierung. Er anerkannte den Rat der aus den Handwerkergil-den gewählten Prioren, und bewilligte, daß die Römer einenProsenator ernannten, der neben dem Kapitän auf dem Kapitolregieren sollte.
Eine öffentliche Versöhnung der Parteien fand statt. DieBeseitigung des Vicariats Karls wurde vereinbarungsgemäß aner-kannt, und das Volk empfing willig nunmehr (1284) zwei päpst-liche Stellvertreter mit senatorischer Gewalt: Anibaldus, denSohn des Petrus Anibaldi, und den kraftvollen Pandulf Savelli.So war man zu dem von Nicolaus III. geschaffenen Systemzurückgekehrt.
VI.
Am 7. Januar 1285 starb König Karl I. zu Foggia .
Sein Sohn und Erbe Karl II. war kriegsgefangen in der Ge-walt Peters von Aragon.
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