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wand apostolischer Armut angelegt hatte, schmückte sich jetztabsichtlich mit der Majestät triumphierender Weltherrlichkeit“.
„Der römische Adel, die Orsini, Colonna, Savelli, Conti undAnibaldi, erschienen in ritterlicher Pracht. Die Barone undPodestaten des Kirchenstaats, sowie das Gefolge des Königs vonNeapel vermehrten den Glanz. In der großen Festprozession,die sich zur Besitznahme des Lateran durch die geschmücktenStraßen bewegte, schritt der Magistrat einher,daneben der Stadt-präfekt, jetzt eine machtlose Schattengestalt. Bonifacius saß auf ei-nem schneeweißen, mit Decken aus cyprischen Federn behängtenZelter, die Krone Sylvesters auf dem Flaupt, gehüllt in die feier-lichen Papstgewänder. Zu seinen Seiten schritten, in Schar-lach gekleidet, zwei Vasallkönige, Karl II. von Anjou und KarlMartell , die Zügel des Pferdes haltend.“
Rom empfing willig und ruhig die Senatoren, welche Boni-facius einsetzte, so wieder im März 1297 den berühmten PandulfSavelli, auf ein Jahr.
Seine eigene Familie erhob Bonifacius zu den ersten Stellenin Kirche und Staat.
Schon nach der Weihe des Papstes war sein Bruder Loffredvom Könige Karl zum Grafen von Caserta ernannt worden.Dessen Sohn Petrus, Graf von Caserta , wurde der Erbe seinesVaters, Stifter eines fürstlichen Besitzes an beiden Abhängender Volskerberge, und Gründer der zwei Hauptlinien seinesGeschlechts. Dieses pflanzten seine Söhne Benedetto als Pfalz-graf in Toscana, und Loffred als erster Graf von Fundi undTraetto weiter fort. „Eine neue Campagna-Dynastie erhob sichdurch die Mittel der Kirche, gleich den Conti unter Innocenz III.und der Adel Roms wurde durch ein ehrgeiziges und reichesGeschlecht vermehrt.“
Unter den Adelsstämmen war damals keiner mächtiger alsdie Colonna.
Mit ihnen geriet Bonifacius in einen Streit, welcher zurVernichtung des Geschlechts der Colonna führte, aber auch fürdas Schicksal des Papstes Bonifacius verhängnisvoll wurde.