Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1241 bis 1305

Auch ich befand mich in jener gesegneten Pilgerung, inder heiligen Stadt zu Rom , und wie ich die großen und antikenDinge in ihr sah, und die Geschichten und großen Taten derRömer las, welche Virgil, Sallust, Lucan, Titus Livius , Valeriusund Paul Orosius und andere Meister von Historien beschrie-ben haben, so nahm ich Stil und Form von ihnen, obwohl ichals Schüler nicht würdig war, ein so großes Werk zu tun. Undso im Jahre 1300 von Rom zurückgekehrt, begann ich diesesBuch zu schreiben, zu Ehren Gottes und Sankt Johannes, undzur Empfehlung für unsere Stadt Florenz .

Gregorovius gibt seiner Schilderung des Jubeljahres denfolgenden Schluß:Bonifacius VIII. schloß das denkwürdigeFest am Weihnachtsabend des Jahres 1300. Dieses Jahr machteine Epoche in der Geschichte des Papsttums wie Roms. Dennauf dieses Jubeljahr folgte als schrecklicher Gegensatz das tragi-sche Ende jenes Papstes, der Fall des Papsttums von seiner Höheund das Versinken der Stadt Rom in schauervolle Einsamkeit.

IX.

Papst Bonifacius VIII . gab sich nach dem Ablauf des Jubel-jahres 1300 einem politischen Plan hin, welcher sein persönlichesVerhängnis und zugleich ein Verhängnis der Stadt Rom und desPapsttums werden sollte.

Das Ziel dieses Planes war die Herstellung der kirchlichenHoheit auf Sizilien. Als Mittel hatte Bonifacius die Wieder-holung des Vorgehens seines Vorgängers Clemens IV. vom Jahre1265. gewählt, als dieser Karl I. von Anjou zu Hilfe rief.

Bonifacius VIII., mit Karl II. unzufrieden, wendete sich imJahr 1301 an einen neuen Anjou, an Karl von Valois Grafenvon Anjou, den Bruder des Königs Philipp IV. (le Bel) vonFrankreich (128 j1314)) mit dem Ersuchen, Sizilien zu erobern,unter großen Versprechungen für den Fall des glücklichen Er-folges.

Karl von Valois kam mit Söldnern und Glücksrittern zumPapst nach Anagni , wo sich auch Karl II. mit seinen Söhneneinfand.