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Das 14. und 15. Jahrhundert
Leiningen, Gerhard Bischof von Constanz. Als der Kaiser mitseiner kleinen Schar über Ponte Molle zog, sah er die Feindeauf dem nahen Monte Mario sich aufstellen. Sie würden denKaiser ohne Mühe nach Rom zurückgeworfen haben, doch sieriefen ihm nur ein höhnisches Lebewohl nach. So entschwandmit dem Abzüge Heinrichs der erste günstige Augenblick wäh-rend des päpstlichen Exils, in welchem das Kaisertum seinenSitz in Rom selbst nehmen konnte, wie das die Ansicht und dieHoffnung Dantes gewesen war“.
Kaiser Heinrich VII. starb plötzlich am 24. August 1313.zu Buonconvento, unweit des Arno.
Am 20. April 1314 starb Papst Clemens V. zu Roquemaurein Languedoc, wie Gregorovius schreibt, „von niemand betrauertals von seinen Nepoten und Günstlingen, von der Mit- undNachwelt als ein Papst angeklagt, welcher durch Simonie aufden Heiligen Stuhl kam, sich zum Diener des französischen Königs hergab, das Papsttum aus Rom, seinem geheiligten Sitz,in die französische Gefangenschaft verpflanzte, und das Kar-dinalkollegium mit Franzosen anfüllte, wodurch der ersteGrund zu dem späteren Schisma gelegt wurde“.
Eine Reihe von Widrigkeiten und von Gewalttätigkeiten,welche ihren Höhepunkt in der Inbrandsetzung des Konklave-Palastes in Carpentra am 24. Juli 1314 fanden, verhindertenzwei Jahre lang die Wahl eines Nachfolgers für Clemens V.Erst am 7. August 1316 kam in Avignon die Papstwahl zustande..Sie fiel auf Jacques Duese aus Cahors, einen Mann von bürger-licher Herkunft, welchen Clemens V. zum Kardinal von Portusgemacht hatte. Derselbe bestieg, 72 Jahre alt, am j. September1316 in Avignon als Johann XXII. den päpstlichen Stuhl.
Seine Regierung (1316—1334) war für die Stadt Rom nurvon negativer Bedeutung.
Die Kaiserkrönung des deutschen Königs Ludwig vonBayern ( 1328), welche in unserem XVIII. Buch behandelt wor-den ist *), nebst der Erhebung eines Gegenpapstes (Petrus von
*) S. oben Seite 834 — 836 .