Von 1305 bis Ende 1347
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Corbara) am 12. Mai 1328 auf dem Petersplatz durch den Kaiser,kennzeichnen die Belanglosigkeit Johanns XXII. für Rom.
III.
Uber das Leben und die Zustände Roms in der folgendenZeit sagt Gregorovius : „Das Leben des vom Papst verlassenenRom in jenen Jahren ist für die Geschichte wertlos“.
Wir müssen aber dennoch versuchen, ein Bild dieses trübenAbschnittes der Stadtgeschichte zu gewinnen.
Die Abwesenheit des Papsttums wurde in Rom im-mer fühlbarer. Die Quellen des Wohlstandes versiegten. DieStraßen, die Kirchen, die Paläste verödeten. Raubgierige Ba-rone bemächtigten sich der leerstehenden Wohnungen der Kar-dinäle. Meuchelmord und Blutrache, sowie gewaltsamer Raubwaren tägliche Erscheinungen. Bewaffnete Banden überfielendie Häuser und plünderten sie.
Mit dem rohen Adel wetteiferten die jungen Kleriker,meistens Söhne aus edlen Geschlechtern. „Diese geistlichenHerren schweiften, ihrem Gewand zum Hohne, mit demSchwert in der Faust durch die Straßen. Sie nahmen an allenHändeln teil und begingen ungestraft Verbrechen jeder Art,da ihr Privilegium sie dem weltlichen Richter entzog“.
„Auf dem finsteren Hintergründe der Leiden des hungern-den und gequälten Volks, welche kein Chronist ausreichendgeschildert hat, heben sich die pomphaften Umzüge der Sena-toren und Magistrate, die rohen Spiele auf dem Monte Testaccio ,sonst aber nichts ab, was von dem öffentlichen Leben in derMetropole der Christenheit Kunde gäbe. Rom starrte in Armutund Dunkel, verrottet und zerschlagen, wie ein Scherbenbergder Weltgeschichte, während im fernen Avignon der Papst,ihrer vergessend, Gold und Schätze aufhäufte. Die tiefeSchwermut, welche einen Grundzug Roms im Mittelalter bildet,steigerte sich in dieser Zeit, weil neben dem Anblick der Ruinendes Altertums die verlassenen und fallenden Kirchen auch denUntergang der christlichen Weltgröße verkündeten“. (Grego-rovius.)
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