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Das 14. und 15. Jahrhundert
träger S. Paul, das Banner des Friedens mit S. Petrus. Eine vier-te Fahne, die von S. Georg, wurde, weil sie alt und zerfetzt war,in einem Kasten auf einer Lanze getragen.“
Die Umwälzung begann in Form einer Prozession zum Ka-pitol. Nur wenige Bewaffnete deckten den Zug. Der päpstlicheVikar ging, mit unsicherem Schritt, wie berichtet wird, nebenCola. Beide, der Bischof und der Demagoge, stiegen zum kapi-tolischen Palast empor.
Cola betrat die Rednerbühne.
Er sprach hinreißend von der Knechtschaft und der Befrei-ung Roms. Er beteuerte, daß er aus Liebe zum Papst undfür die Rettung des Volkes sein Leben zu opfern bereit sei.Tausend Stimmen jauchzten ihm zu. Ffierauf verlas einerder Verschworenen, vom Geschlecht Mancini, eine Reihevon Dekreten: daß jeder Totschläger mit dem Tod, jeder falscheAnkläger mit der Strafe des schriftlich behaupteten Vergehenszu bestrafen sei, daß Prozesse in 15 Tagen erledigt sein müßten;daß kein verfemtes Pfaus niederzureißen, sondern dem Käm-mereivermögen einzuverleiben sei, daß jede Region der Stadt100 Mann zu Fuß, 25 zu Pferd aufzustellen habe, von denenjeder einen Schild und Löhnung vom Staat erhalten werde, daßdie Hinterlassenen der für das Vaterland Gefallenen ein Jahrgelderhalten sollten, daß Witwen und Waisen, Klöster und frommeOrte vom Staat zu unterstützen seien; daß ein Wachtschiff ander römischen Küste die Kaufleute schützen solle, daß die öffent-lichen Zölle der städtischen Kammer gehören sollten; daß alleBurgen, Brücken und Tore vom Rektor des Volkes zu bewachenseien; daß kein Aristokrat eine Festung besitzen dürfe, daß dieBarone gehalten seien, die Straßen zu sichern, keinem BanditenAsyl zu geben, und Getreide nach Rom zu liefern; daß in jederRegion ein Kornspeicher zu errichten sei.
Das Revolutions-Parlament genehmigte diese Gesetze durchstürmischen Zuruf. Es übertrug Cola die volle Signorie derStadt und die unumschränkte Gewalt, als Reformator und Con-servator der Republik , Krieg und Frieden zu machen, zu stra-fen, Ämter zu besetzen und Gesetze zu erlassen.