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Das 14. und 15. Jahrhundert
ges, Herrn von Denzenat, zum außerordentlichen Senator fürdas ganze Jahr ernannte.
Seit Weihnachten 1349 bedeckten sich die Straßen Italiens mit Pilgerzügen. Die Menge der Gasthäuser war unzureichend.Oft lagerten ganze Scharen im Nachtfrost um angezündeteFeuer. Die Anzahl der Pilger soll zur Fastenzeit in Rom 1 200 000 betragen haben, die mittlere Zahl der Pilger, welchetäglich in der Stadt ankamen und sie verließen, etwa 5000. Rom selbst war ein einziges Gasthaus, und jeder Hausbesitzer einWirt. Wie immer gab es Mangel an Heu, Stroh, Holz, Fischenund Gemüsen, doch Überfluß an Fleisch. Man klagte über dieHabsucht der Römer, welche die Einfuhr von Wein und Kornuntersagten, um die Preise zu steigern. Die verarmte Stadt aberwurde durch das Geld des Abendlandes wieder für einige Jahrereich.
Hl.
Kaum war das Jubeljahr zu Ende gegangen, als wiederumfurchtbare Anarchie über Rom hereinbrach.
Die Regierung der neuen Senatoren Petrus Sciarra undJordans, eines Sohnes des Poncellus, war kraftlos.
Der Adel achtete kein Gesetz, nahm Räuber und Braviin Sold, und erfüllte Stadt und Land mit Freveltaten. Jordanverließ das Kapitol, als eine seiner Burgen angegriffen wurde,und Luca Savelli bemächtigte sich der Gewalt, indem er denpäpstlichen Vikar Poncio Perotto verjagte. Es gab keine Re-gierung mehr; die Republik schien aufgelöst. Der Papst warratlos.
Am 2. November ernannte der Papst zwei Sena-toren: den Pfalzgrafen Bertold Orsini und Petrus den Sohn desJordan Colonna. Aber bald darauf gab er den Dreizehnmän-nern, welche das Volk in seiner Not zu Regenten gemacht hatte,Erlaubnis, die städtische Regierung nach ihrem Gutdünken zuordnen.
Die Römer waren des „Zweiregiments“ der Senatoren müde,welche, stets aus den beiden Faktionen gewählt, nur den Vorteil