Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1347 bis 1378

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ihrer Partei verfolgten. Sie hatten wiederholt Fremde zu Sena-toren verlangt, wie solche seit Brancaleone Rom wiederholtgerecht regiert hatten. Clemens VI. hörte ihre Klagen bereit-willig an und setzte eine Congregation von vier Kardinalen ein,um über diese Verfassungsfrage zu entscheiden. Einer derselbenfragte Petrarca um Rat. Petrarca riet den Kardinalen, Rom demokratisch einzurichten.Entreißt, so sagte er ihnen,demAdel diese alles verpestende Tyrannei. Gebt der Plebs Romananicht allein einen Teil der öffentlichen Würden, sondern ent-zieht diesen immer auf das schlechteste verwalteten Senat ganzund gar den unwürdigen Besitzern.

Wohlmeinende Bürger versammelten sich am 26 . Dezember1351 in Santa Maria Maggiore, und beschlossen hier, einem be-jahrten und geachteten Popolanen, dem Giovanni Cerroni, dieGewalt zu geben. Man zog in Masse vor das Haus des GiovanniCerroni und führte ihn auf das Kapitol. Die Glocke rief zumParlament. Die Bürger kamen waffenlos, die Barone in Waffen.Mit Geschrei verlangte das Volk Cerroni zum Rektor der Stadt,und alsbald wurde derselbe im Kapitol ausgerufen, und im Na-men des Papstes vom Vikar als Rektor investiert.

Clemens VI., ganz zufrieden mit diesem Verlauf, wünschteden Römern Glück und schickte ihnen 14 000 Goldgulden zumGeschenk. Er bestätigte Cerroni als Senator und Kapitän, jaer verlängerte dessen Regiment bis zur Weihnachtszeit 1353.

Jedoch hielt Cerroni sich nur wenige Monate in seiner ihmdurch vielfältige Intrigen erschwerten und verleideten Stel-lung.

Ermüdet und mutlos erklärte er Anfang September 1352dem Parlament, daß er die Last seines Amts nicht länger tragenwolle und könne. Dann entwich er aus Rom.

Cerroni ging in die Abruzzen, das Asyl für Banditen. Dorterwarb er ein Castell, worin er sich verschloß.

Der Versuch des Volkes, seiner Republik ein monarchischesvon ihm gewähltes Haupt zu geben, war wiederum mißlungen.In Rom herrschte wieder Chaos.