Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

Urban VI. überwarf sich mit seinem neuen Kardinalskolle-gium. Sechs Kardinale ließ er (am ii. Januar 1385) hinrichten,weil sie Anstalten getroffen hatten, den fast tobsüchtigen Papstunter Kuratel zu stellen sein kleinlicher Nepotismus schä-digte seine feste Stellung im Kirchenstaat. Von allen gehaßtund von keinem betrauert starb er am ij. Oktober 1389.

HI.

Als Nachfolger Urbans VI. wurde in Rom am 2. November1389 der Neapolitaner Pietro Tomacelli, Kardinal von S. Ana-stasia gewählt. Er bestieg den päpstlichen Stuhl am 11. Novem-ber 1389, ein Mann von 30 Jahren, als Bonifacius IX. ( 1389bis 1404).

Die Zeitgenossen schildern Bonifacius IX. als einen Mannvon höchst mangelhafter Bildung, aber von scharfem Verstände,als grenzenlos habsüchtig und gewissenlos. Während seinesPontifikats gab er jedes Kirchenamt um Geld und Geldeswerthin.

Seine Regierung stand zunächst unter dem Zeichen des vonUrban VI. für das Jahr 1390 angesagten (dritten) Jubiläums-jahres.

Obwohl die schismatischen Völker nicht daran teilnahmen,so strömten doch große Scharen von Wallfahrern aus Deutsch-land, Ungarn, Böhmen, Polen und England nach Rom, währendandererseits der Papst Agenten in alle Länder entsandte (Ablaß-krämer), welche den Ablaß für Preise verkauften, die billigerals eine Romreise waren.

In Rom wurde bald nach dem Jubiläum die Stimmungfeindlich gegen den Papst. Die Conservatoren und die Ban-deresi arbeiteten und kämpften für die Freiheit der Republik.

Streitigkeiten der Kurie mit den Conservatoren, welche denHof des Papstes ihrem Forum unterwerfen wollten, gaben Ur-sache zum Ausbruch offener Fehde.

Am 11. September 1391 schloß Bonifacius einen Ver-trag mit der römischen Gemeinde, wodurch diese gelobte, die