Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

Gregorovius gibt das allgemeine Urteil wieder, indem erschreibt:Die geschichtliche Größe Martins V. beruht nurdarauf, daß er das Schisma abschloß und als Papst der Unionden heiligen Stuhl wieder in Rom bestieg. Er war ein klugerMann voll scharfen Verstandes für alles Naheliegende undPraktische, mäßig und fest, von fürstlicher Willenskraft, mildvon Sitten und von einehmenden Formen: der Wiederherstellerdes Papsttums.

Hundert Jahre nach Martins V. Tod fällt der KardinalEgidius über ihn das Urteil, daß er den Grund zur Größe undzum Glanz der Kirche legte, welche zur Zeit Julius II. ihre höchsteHöhe erreicht hätten; daß er der Kirche ein goldenes Zeitalterdes Friedens zurückgab, aber daß in ihr über dem Gewinn vonReichtümern und Macht die Autorität der Tugend verlorenging-

VI.

Als Nachfolger Martins V. wurde am 3. März 1431 derVenezianer Gabriel Condulmer gewählt. Als Eugen IV. (1431bis 1447) wurde er am 11. März gekrönt.

Eugen IV. hat von seiner nicht ganz 16 jährigen Regie-rungszeit mehr als 9 Jahre (14341443) außerhalb Roms zuge-bracht. Vor seinemFlorentiner Exil, wie man es genannt hat,führte er in Rom ein strenges Regiment und einen siegreichenKampf gegen die Colonna, welche ihn vernichten wollten.

Sodann begann er einen unklugen und erfolglosen Kampfgegen das am 23. Juli 1431 in Basel zusammengetretene Konzil,welches er vergeblich zu sprengen versuchte, welches vielmehrbis 1449 zähe zusammenhielt.

Uber den Italienzug des Königs Sigismund und dessen Kai-serkrönung in Rom (31. Mai 1433) haben wir berichtet (obenS. 838).

Diese Krönung war ein belangloses Nebenspiel neben denKämpfen, welche in dem gleichen Zeitraum Rom erschüttertenund welche den Papst schließlich zur Flucht aus Rom (am4. Juni 1443) bestimmten.