Von 1420 bis 1447 mj
„Die Seele aller antipäpstlichen Umtriebe in Italien war derHerzog Filippo Maria Visconti von Mailand .“
Der venezianische Papst hatte sich den Haß dieses Vis-conti zugezogen, indem er, vom Anfang seiner Regierung an,die Republiken Venedig und Florenz, die Feinde Mailands , be-günstigte. Das Zerwürfnis Eugens mit dem Konzil gab demVisconti den Anstoß, sich zu rächen.
Visconti bewog seine Condottieri Niccolo Fortebraccio undFrancesco Sforza zum Einfall in den gärenden Kirchenstaat.Beide gaben vor, im Auftrag des Baseler Konzils zu handeln.
Fortebraccio, von den Colonna unterstützt, drang bis andie Tore Roms vor. Papst Eugen floh in die Engelsburg, dannnach S. Lorenzo in Damaso, zuletzt nach Trastevere . EinigeKardinäle gaben die Sache ihres Herrn rasch verloren und ver-ließen flüchtig die Stadt. Auch die Savelli erklärten sich gegenEugen IV . Von den römischen Familien hielt bald nur nochein Teil der Orsini und der größte Teil der Conti zum Papste.
Die Empörung war so ausgedehnt, daß Flavio Biondo schreiben konnte: „Es ist kürzer, diejenigen aufzuzählen, dietreu geblieben, als diejenigen, die abgefallen sind.“
Am 29. Mai 1434 brach in Rom Revolution aus. Das Ka-pitol wurde erstürmt, die Republik ausgerufen und der Neffedes Papstes, der am 19. Dezember 1431 zum Kardinal ernannteFrancesco Condulner, welcher sich, durch hoffärtige Unzugäng-lichkeit gegenüber den Klagen der Römer, höchst verhaßt ge-macht hatte, wurde verhaftet.
Jetzt faßte Eugen IV. den Entschluß, sich der drohendenGefangenschaft durch die Flucht zu entziehen.
Am 4. Juni ritt er in der Kleidung eines Benediktinermön-ches zum Tiberufer, wo ihn eine Barke aufnahm. Als er ab-segelte, erkannte man ihn, und ein Steinhagel drang auf ihn ein.Aber der Papst entkam glücklich, auf dem Boden des Kahnesliegend, und mit einem Schilde bedeckt, nach Ostia . Hier er-wartete ihn die rettende Galeere und brachte ihn nach Livorno .Von Livorno begab er sich nach Florenz , wo sich bald auch