1112
Das 14. und 15. Jahrhundert
die meisten Kardinale einfanden. Seine Residenz in Florenz nahm er, gleich seinem Vorgänger, im Dominikanerkloster S.Maria Novella.
Nach der Flucht des Papstes trat in der Stadt ein Zustandvölliger Anarchie ein. Der Pöbel plünderte sowohl die vonEugen IV. in Trastevere bewohnten Paläste wie den Vatikan selbst und beraubte die päpstlichen Hofleute.
Jedoch in der Engelsburg hielt sich der Burgvogt des Papstes,Baldassare von Offida. Seine Geschütze beunruhigten die um-liegenden Stadtteile. Er feuerte mit Bomben in die Stadt.
Die Fremden hatten bald die Stadt verlassen. Alle Ge-mäßigten in Rom sehnten sich zu dem päpstlichen Regimentzurück. Man bat den Papst um seine Rückkehr.
Aber Papst Eugen IV. blieb in Florenz , und er schickte nurseinen Stellvertreter, den Bischof von Recanati, Giovanni Vitel-leschi nach Rom , eine der merkwürdigsten Persönlichkeitenseiner Zeit.
Johann Vitelleschi war ein Cornetaner von Geburt. Inseiner Jugend hatte er dem Bandenführer Tartaglia, dem Tyran-nen von Toscanella, als Schreiber gedient, in Corneto sich zumHaupt einer Faktion gemacht, und dann die geistliche Laufbahngewählt.
Vitelleschi, grausam und erbarmungslos, vor keinem Ver-brechen zurückbebend, war wie dazu geschaffen, die zahllosenTyrannen auszurotten, welche im römischen Gebiet ihr Wesentrieben.
Am 25. Oktober 1434 kam Vitelleschi mit seinen Truppennach Rom .
Man ließ ihn schon am folgenden Tage in Trastevere ein,und bald hallte der Ruf „Kirche! Kirche!“ in der ganzenStadt.
Der Kastellan der Engelsburg wagte einen Ausfall, undVitelleschi drang im Sturm gegen das Kapitol. Die Governa-toren der Freiheit entwichen sofort, der Nepot Eugens ward