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Das 14. und 15. Jahrhundert
land. Dort gelangte er in die Wiener Reichskanzlei und gewanndas persönliche Vertrauen Friedrichs III.
Er benutzte dieses Vertrauen, um Friedrich III. geradezuunter seinen Einfluß zu bringen, und er gewann tatsächlichFriedrich III. allmählich für Rom , wohin er selbst als dessenUnterhändler im Jahre 1445 über Siena reiste.
Nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete dann Piccolo-mini mit großem diplomatischem Talent als Agent der römi-schen Kurie gegen das Reich und die Kurfürsten, bis er demsterbendem Papst Eugen die Obedienzerklärung seines Herrnüberbringen konnte.
Uber die Erwählung und die Thronbesteigung des Piccolo-mini bemerkt Gregorovius : „Daß ein Mann gleich ihm Papstwurde, zeigte eine vollkommen neue Zeit an. Seine Laufbahnwar lediglich die eines wandernden Sekretärs gewesen. Er gingnicht aus einem Kloster, nicht aus einer bestimmten kirchlichenRichtung oder kirchenfürstlichen Stellung, nicht aus einerPartei, sondern aus einem vielbewegten diplomatischen Welt-leben hervor.“ Mit Nicolaus V. war die humanistische Gelehr-samkeit auf den Papstthron gestiegen, mit dem gewandtenWeltmanne Pius II. bestieg ihn der ästhetisch-rhetorische Geistdes Zeitalters moderner Universalität.
Die Wahl Piccolominis befriedigte die Römer, denn erwar als Kardinal beliebt gewesen und hatte keiner Faktion an-gehört.
Rom , welches ganz in Waffen stand, legte diese nach derThronbesteigung Pius’ II. nieder.
Die Magistrate und die Barone brachten dem neuen Papsteinen Fackelzug dar.
Das Leben des neuen Papstes war fleckenlos. Er war mäßig,mild, menschenfreundlich, nachsichtig. Man liebte ihn.
Die Gesamturteile der Geschichtsschreiber über Pius II. gehen auseinander.