Von 1447 bis 1484
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Seine persönliche Entwickelung hat er selbst öfter undausführlich geschildert, die Leichtfertigkeit und Genußsuchtseiner Jugend anklagend.
Das Urteil L. v. Pastors lautet:
„Sein früheres Leben, wie den Nepotismus, welchem er alsPapst huldigte, würde man vergebens zu verteidigen suchen.Aber ebensowenig wird man bestreiten können, daß Pius II. als Oberhaupt der Kirche Großes für die Wiederherstellung desAnsehens und der Autorität des Heiligen Stuhles geleistet hat,sowie daß wenige Fürsten an Bildung und Gelehrsamkeit demgeistreichen, liebenswürdigen Sienesen gleichkommen. Undmehr als dieses: der rastlose Eifer, mit welchem Pius, schonaltersschwach und von körperlichen Leiden gefoltert, inmitteneiner Welt der Selbstsucht einen Kreuzzug zustande zu bringenversuchte, seine unermüdete Tätigkeit für eine Sache, die, erselbst als fast hoffnungslos erkennen mußte, die Abwehr des dieabendländische Kirche wie die Zivilisation in gleicher Weise mitVernichtung bedrohenden Osmanentums durch die vereinigteKraft des Westens, fordert unsere Bewunderung, und macht seinAndenken für alle Zeiten verehrungswürdig.“
V.
Nach dem Tode Pius’ II. versammelte sich das Konklaveam 27. August 1464 im Vatikan . Die Verhandlung führte über-raschend schnell am 30. August zu der Wahl des Kardinals vonS. Marco (Rom), Pietro Barbo , eines reichen venezianischenNobile, welcher erst im 48. Lebensjahr stand. Seine Mutter wardie Schwester des Papstes Eugen IV. , unter welchem der nun-mehrige Papst schon 1440 Kardinal geworden war, und der ihnhatte sorgfältig erziehen lassen.
Er bestieg den päpstlichen Stuhl als Paul II. (1464—1471).
Am 16. September 1464 wurde der neue Papst gekrönt.Die Krönung fand auf einem Tribunal vor St. Peter statt, undes folgte eine ungewöhnlich prächtige Festfeier im Lateran .
„Der Kardinal von S. Marco“ oder „der Kardinal von Ve-nedig“, wie Barbo auch genannt wurde, war wegen seiner Frei-