Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1447 bis 1484

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Die Nachfolger Pauls II. haben gleichfalls häufig hier ge-wohnt.

Einhundert Jahre nach der Wahl Pauls II. ging der weit-läufige Bau durch Schenkung Pius IV. in den Besitz der Repu-blik Venedig, mit dieser später an Österreich .

Nach ungemein Wechsel- und erfolgreicher Tätigkeit starbPaul II. plötzlich am 27. Juli 1471 im Vatikan an einem Schlag-anfall.

In der Beurteilung Pauls II. stimmen weder seine Zeit-genossen, noch die späteren Geschichtsschreiber überein. Aberunbestritten ist es, daß er die monarchische Gewalt des Papst-tums gefestigt und gemehrt hat, und unbestritten sind die fol-genden Urteile:

Paul II. war eine Herrschernatur, von den edelsten Ab-sichten geleitet. Seine große Friedensliebe und seine Vermei-dung jeglichen Nepotismus wurden und werden einhellig an-erkannt.

Papst Paul war ein gerechter, heiliger, friedfertiger Mann.In allen Teilen seines Gebietes genoß man die Wohltaten einerguten Regierung.

VI.

Am 9. August 1471 wurde Francesco della Rovere zumPapst gewählt. Derselbe war am 21. Juli 1414 in einem kleinenOrt bei Genua geboren, wo der Vater Schiffer gewesen seinsoll.

Am 25. August 1471 bestieg er als Sixtus IV. den päpst-lichen Stuhl, den er bis zum Jahr 1484 einnahm.

Frühe Doktor der Philosophie und der Theologie in Padua geworden, lehrte er dann mit steigendem Erfolg an den Hoch-schulen zu Bologna, Pavia, Siena, Florenz und Perugia . Ergalt als einer der gelehrtesten und namentlich einer der imDisputieren geübtesten Mönche.

In seinem Äußeren wird er geschildert als ein Mann mitausdrucksvollem Gesicht, mit scharfen und harten Zügen, aus