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Das 14. und 15. Jahrhundert
gezeichnet haben. Zu diesen kraftvollen Tyrannennaturen ge-hört er ganz und gar. Man darf von ihm sagen, daß er der erstewahre Papstkönig gewesen ist.“
Die politische Tätigkeit Sixtus’ IV. hinsichtlich der StadtRom war identisch mit seiner Tätigkeit für die Befestigung desKirchenstaates im Sinn päpstlicher monarchischer Herrschaft.Diese wiederum forderte unverzichtbar päpstliche Machtpolitikringsum: in Italien, in Europa , im Orient.
Nachdem der von Sixtus IV. anfänglich mit äußersterKraft betriebene Plan des großen Türkenkrieges, und die Ideeeiner großen Staatsunion gescheitert war, sah der Papst sich aufeine höchst schwierige Politik in Hinsicht der ganzen europä-ischen, besonders aber der italienischen Staatenwelt angewiesen,in der er überall Feinden gegenüber stand, Feinden, denen ernur durch die Verbindung geschickter Bündnispolitik mit krie-gerischer Gewalt begegnen konnte. Die gefährlichsten Feindewaren die italienischen Fürstentümer und Städte, außerdem dasverzweigte und mächtige Geschlecht der Colonna.
Glück und überlegene Staatskunst verhalfen in diesenschweren Kämpfen dem Papst zu einem fast allseitigen Sieg.
Ein Teil dieser staatspolitischen Tätigkeit führte den Papstzu Grausamkeit, ja Unmenschlichkeit, zu Verschlagenheit undzu Zynismus.
In dem gesamten Wirken des ersten Rovere-Papstes fürdie Stadt Rom wird aber die Staatspolitik des großen Staats-mannes, welcher Sixtus IV. war, völlig in den Schatten gestelltdurch des Papstes Bedeutung für die Entwickelung der Renais-sance. Diese Bedeutung in ausführlicher Darstellung zu würdi-gen, behalten wir dem folgenden Kapitel unserer Darstellung(Kap. VI) vor.
Sixtus IV. erkrankte plötzlich im Juni 1484.
Am 12. August verschied er, in einem der oberen Gemächerdes Palastes Nicolaus’ V .