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Das 14. und 15. Jahrhundert
Viterbo , waren die Ursache, daß wenig Volk heranzog. Erstum Ostern nahm die Zahl der Pilger zu, und eine, freilich allein-stehende, Nachricht schätzt die Zahl derer, welche der feier-lichen Segenserteilung des Papstes am Himmelfahrtstage bei-wohnten, auf 200 ooo Personen.
Aber der Zudrang ging bald in der heißen Jahreszeit starkzurück und hörte im Spätherbst fast ganz auf, als der Tiber einen großen Teil der Stadt überschwemmte. Der gefürchteteSchlamm erzeugte ansteckende Krankheiten und vertrieb diePilger. Der Papst gestattete darauf, daß in der Osterzeit 1476in Bologna , später auch in anderen Ländergebieten, so 1479 inDeutschland der Jubiläumsablaß erworben werden könne.
Von fürstlichen Persönlichkeiten, welche im Jahre 1475nach Rom wallfahrten, werden hervorgehoben: die KöniginDorothea von Dänemark, der von Matthias Corvinus zum Kö-nig von Bosnien ernannte Nikolaus von Ujlak, Anton von Bur-gund und Charlotte von Lusignan , die berühmte Königin vonCypern.
Von großem Einfluß auf die seit 1474 bemerkbare Neigungfürstlicher Personen, die ewige Stadt aufzusuchen, war der Be-such des Königs Christian I. von Dänemark und Norwegen ,welcher im April 1474 in Rom eintraf. Es wird über diesenBesuch berichtet:
Der König, ein ernster, schöner Mann mit langem grauenBarte, reiste mit einem Gefolge von xjo Mann. Alle trugendunkle Kleidung. Auf die Satteldecken waren Pilgerstäbe ge-stickt.
Am 6 . April hielten die nordischen Wallfahrer ihren Ein-zug in Rom. Christian I. wurde mit Ehrenbezeigungen über-häuft. Die ganze Kurie zog ihm entgegen und begleitete ihnbis nach St. Peter. Hier wollte Sixtus IV. den König umarmen.Dieser aber kniete mit seinem ganzen Gefolge nieder und batum den päpstlichen Segen. Als Christian sich erhoben hatte,umarmte ihn der Papst und führte ihn zu seinem Palaste.