Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Für die Bewirtung sorgten die Kardinale Gonzaga und Giu-liano della Rovere.

Während seines ganzen römischen Aufenthaltes erwiesChristian I. dem Papste und der Geistlichkeit solche Ehrerbie-tung und Aufmerksamkeit, daß man vielfach den Italienern dennordischen Herrscher als Beispiel hinstellte, wie man sich gegendie Kirche und ihre Diener benehmen sollte.

Der Papst verehrte dem hohen Pilger einen Splitter vomheiligen Kreuz und andere Reliquien, einen Reisealtar, ein präch-tiges Maultier mit goldbeschlagenem Zaume, einen äußerst wert-vollen Ring und andere Kostbarkeiten. Am Gründonnerstagnach der heiligen Messe gab Sixtus ihm seinen Segen und erteilteihm Ablaß . Am Ostersonntag empfing Christian aus den Hän-den des Papstes das heilige Sakrament und die Goldene Rose.Auch die Kardinäle verehrten dem hohen Gaste wertvolle Ge-schenke. Der König gab seinerseits Produkte seines Reiches,kostbares Pelzwerk und ähnliches.

Während der drei Wochen, welche Christian in Rom weilte,wurde durch Sixtus IV. alles aufgeboten, um ihn möglichst zuehren. Die Verhandlungen des Papstes mit dem Könige betrafeneinerseits die Frage des Kreuzzuges, andererseits die Angelegen-heiten des nordischen Reiches, auch die Errichtung einer Hoch-schule im Norden. Die päpstliche Bulle über die Gründungder Universität in Kopenhagen ist vom 12. Juni des Jahres1475 datiert.

Nachdem Christian I. noch andächtig die sieben Haupt-kirchen Roms besucht hatte, trat er am 27. April die Rückreisean. Nach dem Berichte des mailändischen Gesandten geleitetenihn sämtliche Kardinäle unter den größten Ehrenbezeigungenbis zum Tore der Stadt. Zwei Mitglieder des obersten Senatsder Kirche folgten dem Könige durch das ganze päpstlicheGebiet.

IX.

Die Kaiserkrönung Friedrichs III. im Jahre 1452, haben wirin der Reihe der Kaiserkrönungen bereits geschildert.