Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Unternehmern war ein Lombarde von Varese , namens Beltramodi Martino, der den Auftrag erhielt, den Chor von St. Peter undeinen Teil der neuen Stadtmauern zu bauen. Von der Höhe derSummen, welche diese Bauten verschlangen, kann man sich einenBegriff machen, wenn man erwägt, daß der Papst in manchemJahr dem Beltramo di Martino 25 bis 30 000 Dukaten auszahlte.

Nicolaus V. zog aus ganz Italien, aus Deutschland, den Nie-derlanden, Frankreich und Spanien Künstler jeder Art nachRom. Die alten Beziehungen des Papstes zu Florenz und des-sen Kunstleben erklären es, daß im allgemeinen florentinischeMeister bevorzugt wurden. Neben dem genialen Alberti wirkteder berühmte Architekt und Bildhauer Bernardo Gamberelli,mit dem Zunamen Rossellino . Schon früher war ein andererFlorentiner, Antonio di Francesco, in den Dienst Nicolaus V.getreten. Er erscheint von 1447 an in den Rechnungen alsPalastarchitekt und blieb in dieser Stellung bis zum Tode desPapstes.

Nicolaus V. war der freigebigste Mann seines freigebigenJahrhunderts. Ein Goldregen wurde über die Schriftsteller undGelehrten ergossen, um sie anzuspornen und so der "Welt dieSchätze des Altertums zu erschließen.

Alle Gelehrten der "Welt, erzählt Vespasiano da Bisticci ,kamen in Papst Nicolaus Zeit nach Rom , teils aus eigenemAntrieb, teils von ihm gerufen, weil er sie an seinem Hofe zusehen wünschte.

Als der 49 Jahre alte, äußerlich unscheinbare TommasoParentucelli den päpstlichen Thron bestieg, richtete Poggio, derberühmte und verrufene Nestor und Federführer der italischenHumanisten, ein Gratulationsschreiben an den Papst, worin erden Wünschen der Humanisten folgenden Ausdruck gab:Ichbitte dich, Heiliger Vater, es mögen deinem Gedächtnisse nichtdie alten Freunde entschwinden. Laß unter deinen sonstigen Sor-gen diese nicht zurückstehen, und gedenke ihrer. Sorge, daßviele Menschen sich finden, die dir ähnlich sind, damit in die-sem Zeitalter die freien Künste emporblühen, die durch dieSchuld der Zeit fast erloschen und erstorben scheinen. Von