Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

Besonders verdienstlich war es, daß Nicolaus V. für die Zu-führung gesunden Wassers, eines der Lebensbedürfnisse geradeRoms, Sorge trug. Vielleicht nichts kennzeichnet mehr denverfallenen Zustand, in welchem der Papst die Stadt vorfand,als daß ein Teil der Bevölkerung sich mit dem Wasser des Tibersbegnügen mußte. Die Acqua Vergine war die einzige Wasser-leitung, die, wenngleich beschädigt, noch im Gebrauche war.Nicolaus unternahm die Wiederherstellung dieser Leitung undmachte dadurch die von dem Flusse entfernten Stadtteile wiederbewohnbar.

Rom verdankte ferner Nicolaus V. die Aufräumung derRuinen und Schuttmassen, die an vielen Stellen die Straßenungangbar machten, ferner den Anfang der Pflasterung undRegulierung der Straßen, namentlich der Zugangswege zumVatikan : der Via de Coronari und des sogenannten Canale diPonte, sowie der großen nach dem Kapitol führenden ViaPapale.

Die Restauration der an vielen Stellen zerfallenen Stadt-mauern wurde im Jahre 1451 in Angriff genommen, weil derPapst mit einiger Sorge der Ankunft König Friedrichs III. ent-gegensah.

Alle andern Bauunternehmungen Nicolaus V. verschwindenaber im Vergleich mit seinem Riesenplan für den Umbau derLeostadt, des Vatikans und der Peterskirche.

Kein Teil Roms hatte härtere Schicksale erduldet als dieLeonina.

Nach Ausweis der Rechnungen wurde mit den Arbeitenim Vatikan schon im ersten Regierungsjahr Nicolaus V. be-gonnen und sofort ein eigenerPalastingenieur ernannt. ImJubeljahr 1450 konnte der Florentiner Giovanni Rucellai dieSchönheit des umgewandelten Vatikans bewundern. Eine neu-erdings entdeckte Inschrift zeigt, daß der Palastbau im wesent-lichen noch im Jahre 1454 vollendet wurde.

Eugen IV. hatte durch Schutt und Trümmer einen Wegzur Vatikanischen Brücke gebaut, und durch Steuererlaß auf