1174
Wende vom Mittelalter zur Neuzeit
kriegsmäßig hausen ließ. „Die Capitäne würfelten auf den Al-tären und zechten in den Sacristeien.“
Aber die Sommermonate gingen hin, ohne daß es zumKampfe kam.
Endlich erschien Robert Malatesta mit venezianischen Bo-genschützen in Rom . Er nahm Wohnung in S. Maria Maggiore.Viele Römer stellten sich zu den Fahnen des jungen Malatesta.Am 15. August zog die Armee vor Sixtus vorüber, während eran einem Fenster im Vatican stand. „Es war eine gewaltigeSchar: Armbrustschützen, Flintenträger, Artillerie, Reiterei,und mehr als 9000 Mann Infanterie, unter kriegskundigen Capi-tänen und Feudalherren, darunter zahlreiche Orsini.“
Am 20. August bezog der Herzog von Calabrien Lager-stellung bei Campo Morto bei den Pontinischen Sümpfen.
Malatesta bot ihm dort am 21. August die Schlacht an.Diese Sclacht endete mit dem vollkommenen Siege des Mala-testa, welcher die Verschanzungen des Feindes stürmte und des-sen ganzes Heer in die Flucht schlug.
Der Herzog überließ sein Lager und viele Gefangene demSieger. Er jagte fliehend durch den Wald nach Nettuno , wo ersich in eine Barke warf, um Terracina zu erreichen.
Seit langer Zeit war von Italienern keine Schlacht mitsolchem Ernst geschlagen worden. Man zählte mehr als 1000Tote auf jeder Seite.
Am 24. August zog Malatesta triumphierend in Rom ein.Er war krank am Sumpffieber. Im Palast Nardini, dem heuti-gen Palazzo del Governo Vecchio, starb er am 10. September1484.
Der Sieg bei Campo Morto hatte nicht die erwarteten Fol-gen. Neapolitanisches Kriegsvolk machte ganz Latium unsicher,es streifte sogar von Rocca di Papa bis Rom .
Sixtus wurde des Krieges müde.
Die Mächte schritten zur Rettung Ferraras ein.