Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
1186
Einzelbild herunterladen
 

1186

Wende vom Mittelalter zur Neuzeit

len Tod unschädlich zu machen. Zu jenem verpflichtete er denPapst durch den jährlichen Tribut von 40 000 Dukaten, und zudiesem suchte er willfährige Diener. Ein Italiener bot sich zumMeuchelmörder dar, doch sein Plan wurde entdeckt und durchgräßlichen Tod bestraft. Am 30. November 1490 kam einetürkische Gesandtschaft nach Rom , welche das dreijährige Ver-pflegungsgeld von 120 000 Dukaten, viele kostbare Geschenkeund das Versprechen eines ewigen Friedens an den Papst brachte.Der türkische Minister bestand darauf, Djem zu sehen, und derPrinz empfing den Boten seines Bruders wie ein regierenderSultan auf dem Thron. Der Abgesandte Bajazets überreichteihm knieend den kaiserlichen Brief, nachdem er ihn innen undaußen beleckt hatte, um den Argwohn einer Vergiftung zu ent-fernen. Nach einigen Tagen bewirtete Djem den Boten gastlichim Vatikan .

Ein Sultan und ein Papst hielten nebeneinander im Vatikan

Hof.

IX.

Eine Wendung der Lage Europas und des Verhältnissesseiner Staaten zeigte sich im Anfang des Jahres 1492 durcheinen im spanischen Granada sich vollziehenden Geschichtsaktsymbolisch an, indem Granada, die letzte Festung der Mauren in Spanien , sich Ferdinand dem Katholischen am 2. Januar 1492ergab, was als eine allgemeine christliche Angelegenheit hoheBegeisterung im ganzen Abendlande hervorrief.

Mit diesem Augenblick erst konnte die spanische Monarchieals Macht ersten Ranges erstehen, und die Verhältnisse Europas wurden demgemäß verändert.

In Rom beleuchtete man alle Häuser. Prozessionen zogennach der Nationalkirche der Spanier , S. Jacob auf der Na-vona.

Auf diesem Platz ließen die spanischen Botschafter die Er-stürmung Granadas im Bilde eines hölzernen Kastells vorstellen,