Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Wende vom Mittelalter zur Neuzeit

Karl empfing die Huldigungen des Adels und des Volkesvon Neapel , und selbst die der nahen Verwandten der vertrie-benen Dynastie.

Eine am 31. März 1495 zu Venedig geschlossene Allianz(Heilige Liga) zwischen dem Papst, dem Kaiser, dem HerzogLudovico Sforza von Mailand (Moro), Venedig und Spanien nötigte ihn zum Rückzug.

Am 1. Juni 1495 rückte Karl VIII. wieder in Rom ein, woer, dem Befehle Alexanders gemäß, mit großen Ehren aufgenom-men wurde. Die Konservatoren schickten ihm Abgeordneteentgegen, ihn im Namen des Papstes zu begrüßen. Dann holteihn der Magistrat und zahlloses Volk ein. Er ritt nach demS. Peter, wo er betete. Im Vatikan zu wohnen, lehnte er ab,und bezog den Palast des Kardinals S. Clemente im Borgo.

Schon am 3. Juni 1495 zog der König weiter nach Braccano.

Alexander war jeder Begegnung mit dem Könige ausge-wichen und begab sich am 5. Juni nach Perugia .

Am 6 . Juli 1495 fand am Taro (bei Fornovo) die berühmteSchlacht statt, in welcher beide Teile gesiegt zu haben behaup-teten, in deren Verfolg aber Karl über Piacenza und Asti nachFrankreich zurückeilte.

VI.

Das Jahr 1495 schloß mit einer der furchtbarsten Tiber-überschwemmungen, welche Rom je gesehen hat. Der Fluß tratam 4. Dezember 1495 mit solcher Gewalt aus, daß er die ganzeuntere Stadt durchflutete. Die Kardinäle, welche eben aus demKonsistorium kamen, retteten sich mit Mühe über die Engels-brücke. Der Kardinal von Parma konnte nicht mehr sein Hauserreichen. Der Strom riß Paläste ein, drang in die Kirchen,wogte durch die Straßen.

In der Nacht vom 5. auf den 6 . Dezember begann dasWasser langsam zu sinken.Gestern morgen, heißt es in demBericht eines Venezianers vom 8. Dezember,war das Wasser