Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Wende vom Mittelalter zur Neuzeit

VII.

Während des Jahres 1496 herrschten in Italien Unsicherheitund Umwälzung.

Italien war in zwei Parteien zerspalten: die (heilige) Ligazwischen Rom, Mailand und Venedig, und die französische Par-tei, wozu Savoyen, Montferrat, Ferrara, Florenz und Bologna ,die Orsini und der Stadtpräfekt gehörten.

Der Papst lud auch den Sohn Friedrichs III. , den ungekrön-ten Kaiser Maximilian I. (14931519)) der sicherwählter rö-mischer Kaiser nannte, ein, dem Bunde beizutreten und inRom die Kaiserkrone anzunehmen.

Maximilian nahm die Einladung an und ging im Augustnach Italien , ohne Heer und ohne Geld. Seine Hoffnung, beidesvon den Bundesgenossen zu erhalten, war nichtig.

Als Maximilian Ende Oktober mit kaum 3000 Mann in Pisaerschien, fand er bei seinen Bundesgenossen nur Eifersucht undWiderspruch. Er belagerte fruchtlos Livorno . Seine Schiffezerstörte ein Sturm. Er selbst ging schon am Ende des Jahres1496 nach Deutschland zurück, rühmlos und mißachtet, gegenVenedig tief aufgebracht.

Alexander VI. hatte nach dem Abzug der Franzosen be-schlossen, den unbotmäßigen Adel, namentlich die Orsini, zuvernichten.

Zur Züchtigung der Orsini wurde der mit einer Tochterdes Oheims Ferdinand des Katholischen vermählte Sohn Alex-anders, Juan, Herzog von Gandi'a, nach Rom berufen.

Juan hatte bisher durch seinen unsittlichen Lebenswandelund seine Verschwendungssucht dem Papst großen Kummer be-reitet. Von den militärischen Fähigkeiten des Herzogs hatteAlexander VI. mit Unrecht eine sehr hohe Meinung.

Als der sehnlichst erwartete Juan am 10. August 1496 inRom eintraf, war die Kapitulation der Franzosen in Atella be-reits erfolgt. Dadurch gerieten Virginio Orsini und sein Sohn