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Wende vom Mittelalter zur Neuzeit
VIII.
Während des Jahres 1496 hatte sich „die zweite schreck-liche Epoche des Pontifikats Alexanders VI .“ vorbereitet, welchemit der Niederlage von Soriano und dem dieser Schlacht am5. Februar 1497 folgenden, für Alexander höchst schimpflichenFriedensschluß anhob, indem einerseits die Verhaßtheit Alex-anders in Rom , andererseits die Herrschgier und die Habsuchtdieses Geschlechtes die Geschicke Roms verderbenbringend be-herrschten.
Der Papst hielt das murrende Volk nur durch seine 3000spanischen Söldner im Zaum.
Am Karfreitag gab es einen ernsten Auflauf. Die Römerverschanzten sich auf dem Campo di Fiore. Die Kardinale, wel-che die Gefahr erkannten, beschwichtigten mit großer Mühe dieWut des Volkes „gegen die Spanier“ und besonders gegen denspanischen Papst.
Der Kardinal von Gurk, welcher sich nach Perugia zurück-gezogen hatte, sagte dem florentinischen Gesandten: „Wenn ichan das Leben des Papstes und einiger Kardinale denke, soschaudert mir vor dem Aufenthalt bei der Kurie. Ich willnichts davon wissen, wenn Gott nicht seine Kirche reformiert.“
Seit Februar 1496 war die spanische Partei auch im Kar-dinalskollegium verstärkt worden. Am 19. Februar hatte Alex-ander VI. zu den fünf Spaniern, die schon im Kollegium saßen,vier neue hinzugefügt: seinen Brudersohn Juan Borja, JuanLopez, Bartolomeo Martini und Juan de Castro . Am 7. Junifand ein geheimes Konsistorium statt, in dem der Herzog vonGandia und alle seine rechtmäßigen männlichen Nachkommenmit dem Herzogtum Benevent und den Städten Terracina undPontecorvo belehnt wurden.
Von allen anwesenden Kardinälen widersprach dieser Ver-äußerung kirchlichen Gebietes bloß Kardinal Piccolomini, je-doch ohne Erfolg.
Nach dem spanischen Geschichtsschreiber Zurita hatte auchder Gesandte des Königs von Spanien die Belehnung als der