1223
gia) waren, welche den Begriff der Stadt, die Existenz eines rö-mischen Gemeinwesens negierten, also nicht der Stadtgeschichteangehören und nicht in deren Darstellung fallen.
XIII.
Wenn man im allgemeinen die Wende des ij. zum 16. Jahr-hundert zugleich als die Wende vom Mittelalter zur Neuzeitbetrachtet, so versteht sich von selbst, daß diese Wende nichtals in einer Sylvesterstunde sich vollziehend gedacht werdenkann. In der Stadt Rom ist die Neuzeit nicht vor Julius II. (1503—1513) angebrochen, das heißt nicht vor dem Tode Alex-anders VI.
Aber selbst Alexander VI. hat sich doch der durch Six-tus IV. (1471—1484) begonnenen neuzeitlichen Entwicklungs-tätigkeit für die Stadt Rom im Bauwesen nicht entzogen, undwas in dieser Hinsicht unter diesem Borgia geschehen ist, mußals erfreulich und bedeutend berichtet werden.
Die Denkmäler Alexanders VI. sind seine Bauten im Borgo.Die Engelsburg schuf eigentlich erst dieser Papst zur Festungum, mit Schanzen, Mauern und Gräben. Es war bei Gelegen-heit dieses Baues, daß man unter vielen andern schönen Alter-tümern die Kolossalbüste Hadrians ausgrub, welche einst dieGriechen Beiisars auf die stürmenden Goten herabgestürzthaben mochten. Sie steht heute in der Rotunde des Vatikans.
Alexander ließ den alten Eingang der Engelsburg verschüt-ten und den heutigen anlegen. Er ließ die Treppe durch-brechen, die durch die Gruftkammer in den von ihm veranstal-teten Oberbau führt, im Innern Cisternen graben und Brunnenzur Aufbewahrung von Getreide, sowie fünf unterirdische Ge-fängnisse anlegen.
Die Gemächer des Obergeschosses zerstörte eine Pulver-explosion im Jahre 1497, dann wurden sie hergestellt und vonPinturicchio ausgemalt. Später ließ sie Paul III. prächtiger ein-richten. Ein Abbild der Engelsburg noch aus dem Jahre 1492zeigt sie als einen Rundbau mit zwei viereckigen Aufsätzen-