1224
Wende vom Mittelalter zur Neuzeit
Gegen den Fluß hin lehnen sich an das Kastell zwei runde Türme.Die Brücke hat nach dem Kastell hin zwei krenelierte Türmeund eine Mauer mit einem Tor, nach der Stadt zu die beidenKapellen Nikolaus’ V . Da die alte Porta Aenea in der Mauer derEngelsburg zu enge war, ließ Alexander VI. ein neues Tor auf-bauen. In der Umgebung des Kastells wurden 'Weinberge undHäuser abgetragen, der Platz davor erweitert und gepflastert,sodann eine gerade Straße nach dem Vatikan gezogen, die ViaRecta oder Alexandrina, welche heute Borgo Nuovo heißt. Alssie am 24. Dezember 1499 vollendet war, wurde der alteunregelmäßige Weg nach dem S. Peter, die sogenannte ViaSacra oder der Borgo vecchio, vorläufig geschlossen. Bei dieserGelegenheit trug man die antike Grabpyramide, die Meta Sci-pionis oder Romuli, ab. Die Alexandrina war demnach nebender Sixtina, welche sich an den Mauern gegen das Kastell hin-zog, die dritte und zwar die Hauptstraße der Leonina. Zu ihrerAnlage hatten alle Beamten der Kurie beisteuern müssen, undsofort begann. man dort Häuser aufzubauen. Auch die PortaSeptimiana wurde von Alexander VI. wiederhergestellt. SeinArchitekt war Antonio di Sangallo , durch welchen er wohl auchdie Burgen in Tivoli, Civitella und Civita Castellana bauenließ.
Im Vatikan baute er die Anlagen Nikolaus’ V. großartigaus. Sie erhielten von ihm den Namen Torre di Borgia undAppartamento Borgia.
In der Stadt selbst erbaute Alexander das Universitäts-gebäude.
XIV.
Am 25. Juli 1496 war Michel Angelo Buonarotti (1475—1564) nach Rom gekommen und in die Dienste des KardinalsRafael Riaro getreten. Als bedeutendsten Künstler traf er inRom Anton Pollainolo, den Bildhauer, Maler und Goldschmied.Im Jahre 1499 fertigte er seine Pieta.
„Dieses durch seine Kunst und Wahrheit ergreifende, be-wundernswürdige Werk machte Michel Angelo sofort zum