Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

der Orsini die venezianischen und französischen Gesandten. InRom ward ausgerufen, daß niemand den Herzog der Romagna schädigen dürfe, bei Strafe des Todes.

Am z. September zog Cesares Artillerie durch Trastevere ab, und ihn selbst trugen Hellebardiere in einer schwarz be-deckten Sänfte aus dem Vatikan. Reiterei deckte ihn. Die Ge-sandten Spaniens, Frankreichs und Maximilians gaben ihm dasEhrengeleit.

Der Herzog schlug die Straße über den Monte Mario nachNepi ein, wo er in der ihm noch gehorchenden Burg verblieb,nahe bei der französischen Armee. Seine Mutter Vanozza, seinBruder, der Prinz von Squillace, und der Kardinal Sanseverinogingen mit ihm.

Sofort kehrten jetzt die von den Borgia exilierten Kardinälenach Rom zurück. Es war am 3. September, als auch GiulianodellaRovere nach fast 10 jährigem Exil nach Rom zurückkehrte,um alsbald die ganze Situation zu beherrschen.

Schon am 22. September wurde der 6 4 jährigeKardinalvon Siena Francesco Piccolomini, ein Neffe Pius II., als Papstausgerufen.

Der Urheber dieserÜbergangswahl war der KardinalGiuliano della Rovere.

Cesar befand sich noch in Nepi, wo ihn jetzt die Franzosennicht mehr schützen konnten, während der von Venedig herbei-geeilte Alviano, von Rache glühend, schon mit Kriegsvolk her-annahte. Cesar erbat daher von Pius III. und erlangte die Erlaub-nis zur Rückkehr nach Rom.

Am 3. Oktober kehrte Cesare nach Rom zurück. Seinemit ihm zurückkehrende Schutztruppe war auf etwa tausendMann zusammengeschmolzen.

Pius III. regierte nur zehn Tage. Er starb am Abend des18. Oktober 1503. Krank und in der ganzen Zeit seines Ponti-rfikats gänzlich schlaflos, hatte er in unerhörter Anspannungseiner Kräfte die Herstellung des Friedens und der Ordnung im