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der Gesandte den Beitritt des Kaisers zum lateranischen Konzil.„Dies war der höchste Triumph des Papstes.“
Anfang Februar 1513 wurde der Papst fieberkrank. In derNacht zum 21. Februar verschied er.
V.
Den höchsten Ruhm und den bedeutendsten Einfluß aufdie Entwicklung nicht nur der Stadt Rom , sondern der Mensch-heit, hat Julius II. auf dem Gebiet der Baukunst, der Malerei,der Skulptur gewonnen.
„Wie allumfassend der Geist, wie mächtig die Energie desaußerordentlichen Mannes war, der seit dem Jahre 1503 aufPetri Stuhl saß, beweist am besten die Tatsache, daß Julius II. inmitten aller politischen und kirchlichen Unruhen, Bedräng-nisse, selbst unter den Waffen, die Künste des Friedens in groß-artigster Weise beförderte. Rom war schon zu Beginn des1 6 . Jahrhunderts eine der interessantesten Städte der Welt, inder das Altertum, das Mittelalter und die Renaissance durchhochbedeutende Kunstwerke glänzend vertreten waren. Ihreeigentliche und höchste Pracht, ihre volle Bedeutung als ide-aler Mittelpunkt für alle Freunde des Erhabenen, verdankt je-doch die Weltstadt Julius II., dem Mäzen Bramantes, Michel-angelos und Raffaels, dem gewaltigen Papst, der schon währendseines Kardinalates als Freund der Kunst und Gönner der Künst-ler sich erwiesen hatte. Wie er damals den Meistern der aus-gehenden Frührenaissance *) volles Verständnis entgegenge-bracht hatte, so versammelte er jetzt als Papst die Heroen derHochrenaissance um sich und wurde der größte Mäzen, den dieWeltgeschichte kennt.“ (L. v. Pastor.)
Julius II. knüpfte bei seinen künstlerischen Bestrebungenan seine Vorgänger Nikolaus V. und Sixtus IV., seinen Oheim,an. Auch er wollte die Großartigkeit seiner kirchlichen und
"') Wir folgen der überwiegend üblichen Unterscheidung: Frührenaissance(„Quattrocento“), etwa bis 1500, Hochrenaissance, die erste Hälfte des 16 . Jahr-hunderts umfassend („Cinquecento“), Spätrenaissance, von etwa 1560 bis 1600reichend.