Von 1492 bis 1513
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kostbare Sammlung bestand aber nur aus Werken der Klein-kunst, und sie hat das Leben des aristokratischen Venetianersnicht überdauert.
Sixtus IV. eröffnete dann im Kapitol ein Antikenmuseum,die erste öffentliche Sammlung dieser Art in Italien wie über-haupt in Europa . Die Sammlung bestand hauptsächlich ausGroßbronzen. Sie wurde unter Innocenz VIII. durch neu-gefundene Erzwerke und den Kolossalkopf des Commodus ver-mehrt.
Ein eifriger Sammler war von früh auf der Kardinal Giuli-ano della Rovere. Nicht bloß seine Paläste bei SS. Apostoli undS. Pietro in Vincoli schmückte er mit antiken Statuen. So ließer im Vorhof von S. Agata ein antikes Fragment mit prächtigemLaubwerk aufstellen, während er einen herrlichen antiken Adlervom Trajansforum über dem Haupteingang von SS. Apostolianbrachte.
Der wahrscheinlich bei Grotta Ferrata in einer Villa auf-gefundene, vom Kardinal Giuliano schon vor 1492 erworbeneApollo ward im Garten bei S. Pietro in Vincoli aufgestellt. Errief in den Kunstkreisen einen stürmischen Enthusiasmus hervorund erlangte rasch Weltruhm.
Nach seiner Erhebung auf den Stuhl Petri ließ Julius II. dasherrliche Kunstwerk in den Vatikan bringen, wo in dem Cortiledi Belvedere eine Sammlung antiker Meisterwerke angelegtward.
Dieser Hof, etwa 32 Meter im Geviert, wurde zu einemGarten eingerichtet, dessen eine Hälfte Blumen, Lorbeer, Maul-beerbäume und Zypressen schmückten,während der andere, mitMajolikafliesen gepflasterte Teil mit Orangenbäumen verziertwar. In sechs halbrunden Nischen gelangten hier inmitten vonduftendem Grün und rauschenden Brunnen der Apollo, derRest einer Ringergruppe (Herakles, wie er den Antaeus aufhebt)und die Venus Felix zur Aufstellung.
Zu diesen drei Marmorwerken kam ein neuentdecktesviertes, welches in den Augen der Zeitgenossen alles bisher be-