Von 1492 bis 1513
1257
XII.
Für die Verschönerung der Stadt Rom , für die Verbreite-rung und Gradelegung der Straßen, für die Vervollständigungder Brücken war Julius II., an Sixtus IV. und Alexander VI. an-knüpfend, unausgesetzt bemüht.
Sein Architekt Bramante gab ihm die Pläne an, währendDomenico Massimi, Geronimo Pichi und andere seine Aedilenwaren.
Die beiden wichtigsten Straßen, deren Gestaltung in groß-artigem Maßstabe Julius betrieb, waren die nach ihm benannteVia Julia und die Via Lungara.
Die Via Julia sollte vom Ponte Sisto bis zum Vatikan führen, und zwar über die alte triumphalische Brücke bei S.Spirito, die der Papst herzustellen beabsichtigte. Die neueStraße sollte die prächtigsten Gebäude erhalten, auch einengroßartigen Palast für die römischen Tribunale. Der Bau dieses„Palatium Julianum“ wurde nicht vollendet, und später wurdendie Mauern bis auf Reste von Travertinquadern abgetragen.Bramante hatte in diesem Palast einen korinthischen Rundbauzu errichten unternommen. Aber auch dieser wurde nicht voll-endet. Er wurde in seiner unvollendeten Gestalt zur Auffüh-rung von Komödien verwendet, bis ihn die Brescianer im Jahr1575 abtrugen, um ihre Kirche bei S. Faustino e Giovita aufzu-führen. Die Via Giulia begann erst seit Leo X . sich zu beleben.Im Laufe des XVI. Jahrhunderts wurde sie die LieblingsstraßeRoms , in welcher reichgeschmückte Fassaden der Paläste ausder Zeit der Medici den Glanz jener Zeit auch in den Überrestennoch verraten.
Die umliegenden Viertel dieser Gegend, zumal das derBanken, waren schon unter Sixtus IV. mit stattlichen Gebäudenerfüllt. Julius II. schaffte dort mehr Raum, indem er die alteKirche S. Celso niederreißen, und die neue aufbauen ließ. Dortbaute sodann Bramante das päpstliche Münzhaus. Im Jahre1508 wurden dort die ersten Silberstücke geschlagen, die man„Giuli“ nannte.
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