Von 1513 bis 1521
1277
Der venezianische Botschafter Luigi Gradenigo gibt im Jahre1523 die Zahl die seit der Wahl Leos X. in Rom durch Nord-italiener neuerbauten Häuser auf io ooo an.
Der zeitgenössische Römer Marc Antonio Altieri schrieb:„Nicht nur sieht man auf allen Seiten schöne und wohnlicheHäuser, sondern eine Menge prachtvoller Paläste mit ehren-werten und angesehenen Bewohnern, mit weit größerem Glanzin der öffentlichen Erscheinung, mit zahlreichen schönen jun-gen Leuten von zartem Alter an, in kecken Baretten, Pantoffelnund Sammetschuhen, mit vieler Dienerschaft. Die Frauen zeigensich nicht nur bei Festen mit ihren Schmucksachen, sondern imtäglichen Leben, und außer dem Hause so geputzt und hoffärtig,so von Wohlgerüchen duftend und inmitten von Musik undTanz, als wenn jede von ihnen bald einen Thron zu besteigenerwartete.“
Die Regione Ponte bis zur Piazza Navona und bis zumCampo di Fiore war die am dichtesten bevölkerte und belebtesteder Stadt. Auf dem zuerst genannten Platze wurde seit 1477der Markt abgehalten. Am Campo di Fiore , wo gewöhnlich dieHinrichtungen der Verbrecher stattfanden, lagen die meistenGasthäuser. In der Nähe siedelten sich unter Leo X . zahlreicheNorditaliener an, die viele Neubauten ausführten, von welchensich nicht wenige durch ihre Schönheit auszeichneten.
Zum festlichen Aussehen der Häuser trug ungemein dieSitte der Facadenmalerei bei. Zugleich kam das Anbringen vonStuckverzierungen, Bildnissen und anderen Ornamenten immermehr in Aufnahme. Der finstere, düstere Eindruck des mittel-alterlichen Rom begann stellenweise zu verschwinden. DieGegend am Fuße des Kapitols aber mit ihrem Gewirre engerGassen und die dichtbewohnten Teile von Trastevere behieltennoch lange ihren mittelalterlichen Charakter. Die Häuserwaren dort meist klein, mit Vorbauten und offenen Säulengale-rien im ersten Stock versehen, zu welchen von außen steinerneTreppen emporführten.
Dazwischen erhoben sich zahlreiche „Torri“.