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Das jetzt dicht bebaute und bewohnte Marsfeld zeigte inseinen unregelmäßigen Straßen ein seltsames Gemisch von neuenund mittelalterlichen Bauten, Palästen und Kirchen.
VIII.
Für die architektonische Erneuerung der Stadt Rom geschahunter Leo X. nichts Großes. Als Kardinal hatte er S. Maria inDomnica auf dem Coelius erneuert, und dort die Nachbildungeines antiken Schiffes von Marmor aufstellen lassen. Als Papsterbaute er die Kirche S. Giovanni an der Via Julia, wo sie derMittelpunkt der im dortigen Viertel angesiedelten Florentinersein sollte. Jacopo Tatti Sansovino machte dazu den Plan.Durch Aufschüttung am Tiber wurde Raum gewonnen. Aberder Bau schritt so langsam vor, daß die Vorderseite erst imXVIII. Jahrhundert fertig wurde.
Der Richtung des Geschmackes und dem allgemeinen Stildes Lebens der Zeit entsprach am meisten der Bau schönerWohnhäuser und Paläste, welche reiche Herren, besonders päpst-liche Kurialen, sich bauen ließen.
Der großartigste dieser Paläste war der Palast Farnese . DerKardinal Alessandro Farnese ließ ihn bauen, und dann, als erselbst Papst war, durch Michelangelo fortsetzen, welcher dieoberen Arkaden des Hofs und das schöne Gesims errichtete.
Sangallo baute in der Via Julia für sich selbst einen Palast,der später an die Sacchetti kam, und im Jahr 1532 die Fassadedes Münzhauses in den Banken von S. Spirito.
Vasari gibt eine Beschreibung von den Gemälden, die Bal-thasar Peruzzi für das Haus des Francesco Buzio auf dem PlatzAltieri schuf. Er hatte auf dem Fries alle Kardinäle der Zeitabgebildet, auf der Fassade die zwölf Kaiser und Scenen aus derGeschichte Caesars dargestellt.
Trotz der vielen öffentlichen und privaten Bauten bot dieStadt Leos X. keineswegs einen schönen oder auch nur wohn-lichen Anblick dar. Die Päpste haben es überhaupt nie ver-mocht, die Stadt Rom ganz zu erneuern. Während ihrer langen