Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1521 bis 1527

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Dieses Treiben, an welchem der Papst nicht nur teilnahmund sich mit Leidenschaft vergnügte, sondern dessen Urheberund tätigster Förderer er war, erschöpfte das Interesse desPapstes, der römischen Geistlichkeit wie der ganzen BevölkerungRoms in derselben Zeit, in welcher die Sache Luthers vor demWormser Reichstag verhandelt wurde.

Ludwig v. Pastor schreibt hierzu:Kein Wunder, daß dieOpposition im Norden der Alpen von Tag zu Tag an Kraft ge-wann, der Ruf nach Reform an Haupt und Gliedern stärkerdenn je ertönte, die härtesten Anklagen und schlimmsten Be-schuldigungen, die Hutten, Luther und zahlreiche andere bittereFeinde des Papsttums in Deutschland erhoben, bei Tausendenund Tausenden gläubiges Gehör fanden, so daß viele überhauptan der Institution des Papsttums verzweifelten.

Nicht allein ein großer Teil Deutschlands schickte sich an,das tausendjährige Band, das es mit Rom verknüpfte, zu zer-schneiden. Auch in Italien waren die höheren und mittlerenStände in voller Gärung gegen das verweltlichte Papsttum be-griffen.

\ Kapitel III.

Das Papsttum und die Stadt Rom von 1521 bis 1527.

i.

ach dem Tode Leos X. ergriff das Kollegium derKardinäle energisch und umsichtig die interimisti-sche Regierung der Kirche, um Ruhe und Ordnungzu erhalten.

Das nächste Bedürfnis war die Regelung der gänzlich zer-rütteten Finanzen. Um Geld für die dringendsten Bedürfnissezu beschaffen, mußten fast alle noch nicht verpfändeten Schätzedes Heiligen Stuhles, die Mitren und Tiaren, die Kirchengeräte

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