Von 1521 bis 1527
1299
Hadrian selbst noch besiegeln müssen, indem er am 3. August1523 der europäischen Liga (der Kaiser Heinrich VIII. von Eng-land, Erzherzog Ferdinand von Österreich, Herzog FrancescoSforza von Mailand, Kardinal Medici für Florenz, Genua, Siena ,Lucca angehörten) gegen Franz I. beitrat.
II.
Am 1. Oktober 1523 versammelten sich 35 Wähler in derSixtinischen Kapelle zum Conclave. Die für die Wähler be-stimmten Holzzellen waren durch kleine Zwischenräume von-einander getrennt und durch die Buchstaben des Alphabetsunterschieden. Die Verzierungen für die Zellen der von Leo X. erhobenen Kardinäle waren von roter, diejenigen der übrigenvon grüner Farbe. Die Bewachung des Vatikans war derSchweizergarde anvertraut.
In der Nacht vom 18. auf den 19. November 1523 gingder Kardinal Julius Medici als Papst aus der Wahl hervor. Erwurde als Clemens VII. ausgerufen.
Am 26. November 1523 wurde der Papst gekrönt.
Der Geschichtsschreiber Guicciardini (1482—1540) berich-tet die Auffassung des hervorragenden Marchese von Pescara über diese Wahl: „nie vielleicht sei der allgemeine Wunschin solchem Maße erfüllt worden.“
Dem Kardinal Julius Medici hatte seiner Verwaltung inFlorenz den besten Namen gemacht. Er gebot über die StadtFlorenz , ohne ihren freien Formen Abbruch zu tun. Dadurchverdoppelte er, Papst geworden, nahezu die Macht des Kirchen-staates.
„Man kannte ihn als ernst, bedächtig, hielt ihn für weit-blickend. In allen Geschäften war er bewandert. Er sprachgut, unterhielt sich gern, auch über Philosophie und Theologie,namentlich bei Tische, wo auch immer zwei Ärzte zugegenwaren. Er vergnügte sich namentlich am Bauwesen, besonders