Von 1521 bis 1527
1301
IV.
In seinem Verhältnis zu den beiden um Europa kämpfen-den mächtigen Fürsten, König Franz I. von Frankreich (1515bis 1547) und Kaiser Karl V. (1519—1556), sah sich Clemensgezwungen, zu lavieren. Zunächst paktierte er mit Franz. Am12. Dezember 1524 schloß er mit diesem ein geheimes, am 5. Ja-nuar 1525 ein öffentliches Bündnis.
Als Kaiser Karl hiervon Kenntnis erhielt, der wegen seinerfrüheren besonders guten Beziehungen zu dem jetzigen Papstedessen Hinneigung zu Franz I. für gänzlich ausgeschlossen ge-halten hatte, war er äußerst aufgebracht. Er soll damals ge-äußert haben: „Ich werde selbst nach Italien gehen und michan denen rächen, die mich gekränkt haben, besonders an diesemeinfältigen Papst (di quel villano il papa). Heute oder morgenwird Martin Luther vielleicht ein wertvoller Mann sein.“
Als dann Franz I. mit den Feldherren und Truppen Karls V.um den Besitz der Festung Pavia kämpfte, verhielt sich Clemensgegenüber Karl V. äußerst zurückhaltend.
Als am 24. Februar 1525 Pavia erobert, Franz I. gefangen,das französische Heer vernichtet und das Herzogtum Mailand wieder erobert und so die deutsche Reichsgewalt in Italien wie-der hergestellt und zugleich Karl V. auf den Gipfel der Machterhoben war, mußte Clemens ein ihm vom Kaiser gebieterischangetragenes Bündnis annehmen.
Der Kaiser und der Papst verpflichteten sich in dem Bünd-nisvertrag, Mailand gegen jeden Angriff zu verteidigen. DerKirchenstaat , Florenz und die Medici wurden in kaiserlichenSchutz genommen, wofür die Florentiner 100 000 Goldguldenzahlen sollten.
Am 1. April 1525 wurde der Vertrag in Rom unterzeichnet,am x. Mai verkündet. „Bei dieser Gelegenheit gab Pompeo Co-lonna zu Rom dem Papst und dem kaiserlichen Botschafter einglänzendes Gastmahl in seinem Palast bei den Santi Apostoli.“
Damit war äußerlich das politische Verhältnis vom3. August 1323 (Beitritt HadriansVI. zu der europäischen Liga)