Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

wieder hergestellt, jedoch unter so starker Hervorhebung derkaiserlichen Herrschaft, daß der neue Schutzvertrag als eineNiederlage des Papstes angesehen werden mußte. Die Wirkungdieser Niederlage wurde von Kaiser Karl noch weiter gesteigertdurch den Friedensvertrag, welchen er mit König Franz I. am14. Februar 152 6 in Madrid abschloß und in welchem die Be-dingungen für die Freilassung des Königs stipuliert wurden.

Die allgemeine Mißbilligung, welche die europäische Staaten-welt dem ungemäßigten Siegerwillen Karls V. entgegenbrachte,führte zu derHeiligen Liga von Cognac, welche in diesemOrte am 22. Mai 1526 zustande kam.

Dieser Bund wurde im Namen des Papstes, des Königs vonFrankreich, des Dogen Andrea Gritti, der Florentiner, desHerzogs Sforza geschlossen. Der König von England wurdemit seinem Einverständnis zum Beschützer der Liga ernannt.

Dieser Bundesvertrag war von niemandem lebhafter be-trieben als von Clemens VII., der die Rettung Italiens und desKirchenstaates nur für möglich hielt durch eine europäischeKoalition gegen den Kaiser, welche, mit der Gewalt der Waffen,Mailand frei mache und durch Bruch des Friedens von Madrid Frankreich wieder stark mache.

Der Eintritt des Papstes in die Liga bedeutete die Kriegs-erklärung des Papstes und der Liga an den Kaiser und die An-sage eines Kampfes bis aufs Messer.

Es gibt Historiker, welche diesen Schritt Clemens VII. deneinzigen kühnen Entschluß im Leben dieses Papstes nennen.

Der Entschluß erwies- sich nicht als glücklich für Rom, sondern ward die Quelle namenlosen Unglücks wie für denPapst so für die Stadt.

Vielerlei Anzeichen sprachen von Anfang an dagegen, daßder Papst imstande sein werde, die von ihm heraufbeschworeneKraftprobe gegen den Kaiser zu bestehen.

Am 2 6 . August 1526 berichtete Perez, der spanische Ge-sandtschaftssekretär in Rom, an den Kaiser, die Geldnot des