Von 1521 bis 1527
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Papstes sei groß, und die allgemeine Unzufriedenheit gegen ihnin Rom steige.
Der Papst vertraute auf die Zuverlässigkeit und Leistungs-fähigkeit der „Heiligen Liga“ in solchem Maße, daß er trotzvielfacher Abmahnung seiner Umgebung die militärische Be-setzung Roms auf 200 Soldaten (außer den üblichen Wachen) *)beschränkte.
Dieser unbegreifliche Fehler rächte sich bald an dem Papstund an Rom , und zwar in Gestalt des „Colonnesischen Über-falls“ im September 1526, sodann in dem furchtbaren „Sacco diRoma “ im Mai 1527.
Uber diese beiden Vorgänge ist nunmehr ausführlich zuberichten.
V.
Völlig unerwartet traf den Papst Anfang September 1526die Nachricht, daß als Bundesgenossen des Kaisers die Colonnamit einem Heer von über 5000 Mann im Anmarsch auf Rom seien.
In der Frühe des 20. September erschienen die Soldatender Colonna vor Rom . Durch List bemächtigten sie sich derPorta S. Giovanni und zweier anderer Tore. Dann drangensie, ohne Widerstand zu finden, bis nach SS. Apostoli vor. IhrSammelpunkt war der dortige Palast der Colonna, wo sie dreiStunden rasteten und sich durch Speise und Trank stärkten.Der Führer des Überfalls war der spanische Condottieri HugO'Moncada.
Die Herolde der Colonna verkündeten dem römischenVolk, daß nichts anderes geschehen solle, als die BefreiungRoms von der päpstlichen Tyrannei.
Die Stimmung in Rom war so, daß, wie ein Augenzeugeberichtete, die Römer dem Eindringen des Kriegsvolkes wieeinem Schauspiele ruhig zusahen.
*) Tagebuch des Cornelius de Fine. — Pastor, Geschichte der Päpste IV 2 -S. 226 .