Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Sacco di Roma

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Nicht gleichgültig ist hier die Feststellung, daß der Kaisererst in der zweiten Junihälfte Kunde von der Eroberung Roms erhalten hat *).

Aber die Geschichtsschreibung kann nicht milder urteilenals Jacob Burckhardt , wenn er schrieb:

Durch eine Reihe von Falschheiten verursachte Clemensden Anmarsch des spanisch-deutschen Heeres unter Bourbonund Frundsberg (1527). Es ist gewiß, daß das Kabinett Karls V.ihm eine große Züchtigung zugedacht hatte, und daß es nichtvoraus berechnen konnte, wie weit seine unbezahlten Hordenin ihrem Eifer gehen würden. Die Werbung fast ohne Geldwäre in Deutschland erfolglos geblieben, wenn man nicht ge-wußt hätte, es gehe gegen Rom . Der katholische König undKaiser verdankte es rein dem Glücke, daß Papst und Kardinälenicht von seinen Leuten ermordet wurden. Wäre dies gesche-hen, keine Sophistik der Welt könnte ihn von der Mitschuldlossprechen. (Die Kultur der Renaissance in Italien 10. Auf-lage von Ludwig Geiger, Leipzig , Verlag von E. A. Seemann,Seite 133.)

VII.

Die Form, in welcher der Kaiser die gesamte Herrscher-gewalt in der Stadt Rom erwarb, war die kriegerische Eroberungund Besetzung des stadtrömischen Gebietes durch die unter demBefehl des Prinzen von Oranien vereinigten Heeresmassen, untergleichzeitiger Auflösung aller entgegenstehenden Gewalten.

Ohne auf Einzelheiten einzugehen, werfen wir einen Blickauf das Wesen und die Organisation dieser Heeresmasse, welcherzugleich zeigt, wie die deutsch-spanische Truppenmasse in Rom quartiert und militärisch eingelagert war.

Die alsLandsknechtordnung bekannte, von Kaiser Maxi-milian geschaffene, von Georg von Frundsberg vervollkomm-

*) Vgl. H. Schulz, Der Sacco di Roma, Halle 1894. Jesenko,Ge-schah die Erstürmung Roms mit oder ohne Vorwissen Karls V.? Programmdes Gymnasiums zu Görz 1864.

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