Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

nete Organisation, welche damals den Kern der deutschen Mili-tärkraft bildete, war aus der Auflösung der Ritterschaft ent-standen.

Seit der Kaiser Max selbst den Spieß auf der Schulter ein-hergegangen war, scheuten sich adlige Herren nicht mehr, inden Reihen dieses Landvolks zu Fuß zu dienen.

Der auf Märkten und Plätzen zeitweise geworbene Heer-haufe bildete eine geordnete Soldatenrepublik, dessen gewalti-ges Haupt der Oberst war. Der Artikelbrief enthielt die Listeihrer Pflichten und Rechte, ihrer Gesetze und ihres Brauches.Eine Schar von Beamten hielt die Ordnung aufrecht, Quartier-meister und Proviantmeister, Schultheiß, Profoß und Weibel,dazu der Henker. Dem Oberst stand sein Locotenent zur Seite.Hauptleute befehligten die Fähnlein oder Rotten, von denenzehn und mehr zu je 400 Mann das Regiment bildeten. Fähn-riche trugen die mächtigen Banner.

Die Landsknechte kämpften in dichten Reihen mit langenSpießen. Einige Abteilungen feuerten mit Handrohren. Mansah in ihren Reihen im übrigen Waffen jeder Art: Hellebarden,Morgensterne, Streithammer.

Ein kurzes Schwert hing am Gurt herab.

Ihre Kleidung war nicht gleichmäßig. Sie zogen einher inbunten, phantastischen Anzügen, mit farbigen Wämsern, inPludderhosen, in Lederkollern, in Panzern, Pickelhauben, Helmeoder Federhüte auf dem Haupt.

Die Landsknechte Frundsbergs waren Schwaben , Franken,Bayern , Tiroler, junges, kraftvolles Volk von den Bergen wievom Lande, unter adligen Hauptleuten stehend, die in Italien und im Bauernkrieg sich Ruhm erworben hatten.

Es wird mehrfach mit Nachdruck berichtet, daß diese Heer-schar außer durch Abenteuerlust und Beutegier durch Ergeben-heit für die Sache des Kaisers geleitet sowie von Haß gegenPapst Clemens als den eidbrüchigen Feind des Kaisers und zu-gleich den eigentlichen Antichrist, wie man ihn ansah und nannte,erfüllt war.