Sacco di Roma
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VIII.
Wir wissen, daß die Hingabe der Landsknechtverbände anihre neuen Führer, Oberst und Hauptleute, bis in den Sacco hin-ein vorgehalten hat, insbesondere durch den Soldatentod desConnetable zunächst nicht erschüttert wurde.
Wir kennen auch die äußere Situation insofern, als wirwissen, daß die Hauptleute inmitten ihrer Kompagnien, mög-lichst in großen Gebäuden, in Palästen, Hallen, Kirchen sich ein-lagerten, daß dies aber nicht überall möglich war, und daß danndie Hauptleute ihre Mannen in Einzelwohnungen verteilen undsie aus diesen zum Dienst zusammenrufen mußten.
Endlich wissen wir, daß die Hauptalarmplätze und Wach-stellen sich an den Zentralpunkten Fiore, Navona, Popolo be-fanden und daß alle diese Stellen etappenmäßig mit dem Haupt-quartier im Vatikan verbunden waren.
Daß die Stadtmauern durch Wacht- und Patrouillen dienstder bekannten Tradition entsprechend gesichert waren, ist selbst-verständlich.
Die Disziplin der Truppen war schon am dritten Tage derPlünderung dermaßen zerrüttet, daß die Plünderer sich in dempersönlichen Besitz ihrer Beute bedroht sahen und das BestrebenPlatz griff, mit dieser aus Rom zu entweichen.
Viele Soldaten hatten bald alles verspielt, was sie geraubthatten, und forderten nunmehr drohend Sold von ihren Füh-rern.
Da alle Nahrungsmittel auf das mutwilligste zerstört waren,drohte nach einigen Tagen eine Hungersnot auszubrechen: dieEßwaren wurden mit Gold aufgewogen. Dazu kam noch, daßdie Streitigkeiten zwischen den Spaniern und den Landsknechtensich mehrten und bald blutigen Charakter annahmen.
Am 7. Juni zog die päpstliche Besatzung aus der Engelsburgab, worauf vier Kompagnien spanischer und deutscher Truppeneinrückten. Unter den einrückenden deutschen Truppen be-fand sich Schertlin von Burtenbach , der nicht ohne Bewegung,