Rückschau und Umschau im Jahre 1534
1343
Die Ruinen des Circus Flaminius waren um 1500 noch inansehnlichem Zustand vorhanden. Seiler (funari) arbeiteten in-nerhalb der Ruinenfelder.
Von dem alten Emporium, dem großen Stapel- und Lade-platz am Tiberufer unter dem Aventin war nur der Name undeine dunkle Erinnerung vergangenen Lebens übrig geblieben.Schuttberge und Weingärten bedeckten sein Gebiet.
Der Aventin war schon lange ganz verlassen. Er war 1500in dem Zustande, in dem er bis gegen Ende des 19. Jahrhundertsgeblieben ist, charakterisiert durch seine wenigen uralten Kir-chen mit vernachlässigten, unzugänglichen Gebäuden.
Der Kern des alten Stadtgebietes, der Palatin, das Kapitol,das Forum, waren verfallen, verschüttet, verödet, entstellt. ZumKapitol ging man noch von der Seite des Severusbogens hinauf,aber Pfade führten auch über den verwilderten Abhang nachder Stadt zu.
Auf dem Kapitolplatz standen im Jahre 1500 nur zweiunansehnliche Gebäude, das alte Gemeindehaus, „der Palast desSenators“, welchen Sixtus IV. erneuert hatte, und der von Nico-laus V. erbaute Palast der Conservatoren, mit einem Säulen-porticus. In ihm wie auf dem Platze selbst waren Altertümeraufgestellt. Die Stelle des heutigen Museums nahm der Gartendes Klosters Aracoeli ein, und dort stand ein kleiner Obelisk.Weinberge und Trümmer bedeckten das ganze Gebiet des spä-teren Palazzo Caffarelli. Ziegen kletterten um den tarpeischenFels, den Monte Caprino, und der ganze Berg mit zahlreichenRuinen von Säulen, Porticen und Mauern zwischen Weingärten,kleinen Häusern und einigen engen Gassen bot ein Bild völligerVersunkenheit.
Auf dem Forum bestand ein dauernder allgemeiner Vieh-markt. In einem alten Turm, welcher um 1500 von dem Chro-nisten Andreas Fulvius als „Turris Pallara“ erwähnt wird, wardie Verzollungsstelle für das Vieh. So war der Name „CampoVaccino“ für das Forum entstanden.
Vom Bogen des Severus bis zu den Ruinen des „Tempelsder Faustina“ (Antonius und Faustina), in dessen Porticus seit